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	<title>AggroMigrant &#187; Onur Pekdemir</title>
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	<description>Migranten über Deutschland und die Welt.</description>
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		<title>Hollywood und die bärtigen Terroristen</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 07:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn ich den Fernseher einschalte und da kämpfen amerikanische Soldaten gegen bärtige Araber, dann klickt es kurz im Gehirn und ich denke „Ah, die glattrasierten sind die Guten, und die... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/20/hollywood-und-die-bartigen-terroristen/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/afghanistan-soldat-540x304.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2278" title="afghanistan-soldat-540x304" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/afghanistan-soldat-540x304-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a>Wenn ich den Fernseher einschalte und da kämpfen amerikanische Soldaten gegen bärtige Araber, dann klickt es kurz im Gehirn und ich denke „Ah, die glattrasierten sind die Guten, und die mit den Bärten sind dann wohl die Bösen!“. Dem Rest der Handlung kann man dann meist schnell Folgen.</p>
<p>Nun kokettiert Hollywood ja neuerdings sogar mit dieser über Jahre hinweg mühsam antrainierten Freund-Feind-Ferndiagnosefähigkeit der Zuschauer, indem immer öfter in Filmen plötzlich doch irgendwie auch die mit den Bärten mal nett und menschlich sein dürfen. Das sorgt für Gesprächsstoff nach und erstauntes herumrutschen in den Sitzen während des Films. Natürlich sehen die Drehbücher aber trotzdem immer so aus, dass am Ende doch irgendwie die Amis besser dastehen. Oder wer auch immer. Jedenfalls nicht die kameltreibende Ölaugen-Fraktion.</p>
<p>Achtung, Hollywood-Insider-Wissen: Das amerikanische Militär unterstützt übrigens tatkräftig die Filmindustrie, solange das Drehbuch ins Gesamtkonzept passt. Wenn also wieder mal ein Rums-Bums-Action-Mega-Blockbuster geplant wird, bei dem die U.S. Marines am Ende die Retter der Welt sind, dann schieben die Herrschaften bereitwillig Jets, Hubschrauber und sonstiges, schwer zu beschaffendes Kriegsmaterial auf die Filmsets und vor die Kameras. Eine durchaus verständliche und intelligente Strategie und Vorgehensweise. Das muss man neidlos anerkennen.</p>
<p>Nicht anerkennen oder gutheißen muss ich aber die Tatsache, dass sich jeder dahergelaufene und irgendwann mal ungefragt christlich getaufte Vollpfosten sich in Anbetracht dieser Schwarz-Weiß-Denkweise automatisch für etwas Besseres halten darf als ich. Mag ja sein, dass die islamisch geprägten Länder technologisch hinterher hinken. Na und? Muss das denn gleichzeitig bedeuten, dass jeder der nicht Christ ist, automatisch ein unterbelichteter Ziegenhirte ist, der nur auf seine Gelegenheit wartet, um sich endlich im Namen Allahs in die Luft sprengen zu dürfen?<a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/soldat.jpg"><img class="size-medium wp-image-2277 alignright" title="soldat" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/soldat-300x210.jpg" alt="" width="300" height="210" /></a></p>
<p>Aufmerksame Beobachter des Zeitgeschehens werden sicher auch bemerkt haben, dass das Image der Juden und Buddhisten heutzutage deutlich besser aussieht als das der Moslems. Die bösen Islamisten sind es schließlich, die es hier und heute zu maßregeln gilt. Die sprengen sich doch böswillig in die Luft. Die fliegen doch mit Flugzeugen in Gebäude voller unschuldiger Menschen. Die wollen doch die gute Currywurst nicht essen. Die schreiben doch auf Arabisch, was außer denen keiner versteht. Und so weiter.</p>
<p>Ja, meine Damen und Herren, es sieht nicht gut aus für die fiesen Moslems, die fundamentalistischen Gotteskrieger des Islam. Zugegeben, mancherorts haben sich bestimmte Moslem-Gruppierungen in letzter Zeit wahrlich nicht mit Ruhm oder Ehre bekleckert. Ganz objektiv und menschlich betrachtet. Aber so ist das nun mal. Der Islam ist eben die zweitgrößte Weltreligion. Und wo so viele Menschen mitmischen, da gibt es eben auch einen ganz natürlichen Anteil von Dummheit und Gewaltbereitschaft. Oder möchte etwa irgendjemand ernsthaft noch behaupten, dass ausnahmslos alle Christen gute Menschen sind?</p>
<p>Wenn in Afrika irgendwelche missionierten Warlords mit Kruzifixen um den Hals hunderte von unschuldigen Menschen niedermetzeln, dann heißt es in den Schlagzeilen: „Afrikanische Warlords metzelten hunderte von unschuldigen Menschen nieder!“. Wenn sich aber irgendwo ein muslimischer Wahnsinniger auf irgendwelche unschuldigen Menschen stürzt, heißt es doch eher: „Islamisten töten weitere Unschuldige“. Das es am Ende oft die niedersten Instinkte bestimmter Einzelindividuen sind (statt ernsthafter, religiöser Ambitionen) die zu solchen Gräueltaten führen, bleibt einseitig informierten Medienkonsumenten oft gänzlich verborgen.</p>
<p>Aber genug zum Thema Religion. Zwar ist dieser Aspekt sicherlich einer der wichtigsten Gründe dafür, warum zwischen den „Ölaugen“ und den „Kartoffeln“ noch lange kein 100%ig freundschaftliches Miteinander in Sicht ist, aber überbewerten sollte man es dann eben auch nicht.</p>
<p>Ich verurteile ja hin und wieder auch schon mal gerne irgendwelche Dinge. Viel zu lange und ausschweifende Texte zum Beispiel. Und deshalb soll’s an dieser Stelle auch mal gut sein. Deutschen Lesern würde ich gerne noch mit auf den Weg geben, dass nicht alle Türken automatisch auch aussehen wie der Döner-Ali mit Schnurrbart aus der Innenstadt. Manche erkennt man nicht. Selbst wenn man im Supermarkt an der Wursttheke direkt daneben steht.</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><strong> </strong>Hier noch mal alle Beiträge in dieser Serie:</em></p>
<p><em><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/12/auslander-sind-anders-als-ihr-denkt/" target="_blank">Ausländer sind anders als Ihr denkt</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/13/ehrenmord-und-gewaltbereitschaft/" target="_blank">Ehrenmord und Gewaltbereitschaft</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/14/deutsche-gesprache-mit-turken/" target="_blank">Deutsche Gespräche mit Türken</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/15/christentum-ist-besser-als-islam/" target="_blank">Christentum ist besser als Islam</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/17/deutsche-integrieren-sich-nicht/" target="_blank">Deutsche integrieren sich nicht</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/18/islamisten-im-treppenhaus/" target="_blank">Islamisten im Treppenhaus</a><br />
<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/20/hollywood-und-die-bartigen-terroristen/" target="_blank">Hollywood und die bärtigen Terroristen</a></em></p>
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		<title>Islamisten im Treppenhaus</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 08:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Nachbarin von mir scheint einen ausgeprägten Dekorationsfimmel zu haben, der hin und wieder auch schon mal über die Grenzen ihres Apartments hinaus schwappt. Während es meistens irgendwelche skurrilen Stofftiere... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/18/islamisten-im-treppenhaus/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/deko1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2244" title="deko1" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/deko1.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Eine Nachbarin von mir scheint einen ausgeprägten Dekorationsfimmel zu haben, der hin und wieder auch schon mal über die Grenzen ihres Apartments hinaus schwappt. Während es meistens irgendwelche skurrilen Stofftiere sind, mit denen das Treppenhaus vermeintlich verschönert wird, war es neulich ein durchaus als schäbig zu bezeichnendes Bild der Mutter Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Schäbig deshalb, weil das bunte Motiv auf eine extrem ramponierte Holzplatte gedruckt war, die wohl schon so manche theologische Sinnkrise hinter sich zu haben schien. Nun lächelte mich also jeden Morgen auf dem Weg in die Freiheit diese altmodisch gekleidete Frau mit dem Baby auf dem Arm an.</p>
<p>Wirklich, ich versichere ganz hoch und heilig, dass ich mich eigentlich von solchen Abbildungen überhaupt nicht gestört fühle. Im Gegenteil. Ich schau mir auch gerne alte Kirchen und Kathedralen an, interessiere mich für Kunst jeglicher Epochen und lasse mich auch da von religiösen Einflüssen nicht beirren. Was mir aber nach ein paar Tagen durch den Kopf ging war die Frage, was wohl geschehen würde, wenn ich im Treppenhaus nun ebenfalls irgendwelche islamisch angehauchten Reliquien oder Bilder aufstellen würde. Am besten drap<a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/hat1.jpg"></a>iert man es noch mit irgendwas mit viel arabischer Schrift drauf, da wäre doch ordentlich Action vorprogrammiert, oder? Irgendwer würde sich vermutlich in einer dunklen Stunde ein Herz fassen und den ganzen Hokuspokus in einen der großen Müllcontainer vor dem Haus befördern. Und am nächsten Tag würden alle heimlich denken „So, endlich wieder heile Welt im Treppenhaus!“.</p>
<p>Vielleicht würde es aber auch ganz anders laufen. Die Sachen würden dort wochenlang liegenbleiben und die Nachbarn würden anfangen zu Tuscheln. „Hast Du schon gehört Elisabeth, dieser Türke aus dem 3. Stock soll ja so ein fanatischer Islamist sein. Der hat schon das ganze Treppenhaus mit seinen Mohammed-Fanartikeln vollgestellt&#8230; Ja, wirklich, geh doch selber hoch und schau Dir das an. So weit sind wir hier schon. Demnächst bauen die uns hier auch noch ne Minarette vor den Balkon und plärren 5 mal am Tag durch scheppernde Lautsprecher ihre Gebete durch die Gegend.“</p>
<p>Wer glaubt, dass diese Gespräche allesamt meiner blühenden Phantasie entspringen, der irrt. In sehr ähnlichem Wortlaut habe ich solche und zum Teil noch hitzigere Äußerungen schon mehrfach mit anhören können. Klar, irgendwo verstehe ich das Ganze natürlich. Schließlich bin ich in Deutschland geboren und aufgewachsen, habe hier mein bisheriges Leben verbracht, habe dieselbe gesellschaftliche Manipulation abbekommen wie jeder andere auch.</p>
<p><em>Morgen geht es weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/20/hollywood-und-die-bartigen-terroristen/" target="_blank">Hollywoods bärtige Terroristen</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Deutsche integrieren sich nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 15:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich behaupte, dass Menschen wie ich eine etwas distanziertere &#8211; und daher wohl auch objektivere &#8211; Betrachtungsweise für derartige Aspekte des Lebens haben. Das liegt zum einen daran, dass man... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/17/deutsche-integrieren-sich-nicht/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich behaupte, dass Menschen wie ich eine etwas distanziertere &#8211; und daher wohl auch objektivere &#8211; Betrachtungsweise für derartige Aspekte des Lebens haben. Das liegt zum einen daran, dass man zwischen zwei Kulturen aufwächst. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich auch mit beiden Kulturen beschäftigt und sie aktiv miterlebt. Ein Deutscher, der eben „nur“ Deutsch ist, oder ein Türke, der „nur“ Türke ist, bekommt ein Leben lang nur die Propaganda seiner eigenen<a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2240" title="1" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/12-300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a> Kultur und Gesellschaft mit. Steht man aber kritisch zwischen zwei Stühlen statt fest auf einem von beiden zu sitzen, sieht man auch, wie viel Mist auf den Sitzflächen eigentlich so klebt. Stichwort Horizont. Im Stehen sieht man halt ein bisschen weiter.</p>
<p>Was die Medien meiner Meinung nach in unseren Gefilden ebenfalls pervertiert und großflächig zerstört haben, ist die natürliche Neugier der Menschen nach fremden Kulturen. Jeder, der ein paar Dokumentationen im Fernsehen über Istanbul verfolgt hat meint z.B., er wisse ja jetzt sicher das Wichtigste und könne sich im Grunde die Kosten und Mühen sparen, um sich mal selbst ein Bild zu machen. Und in Antalya oder Side war man ja schließlich auch schon mal im Urlaub und die versuchen einem ja auch nur irgendwelche Klamotten zu verkaufen oder sonstwie ins Portemonnaie zu greifen.</p>
<p>„Sicher, wenn man einen günstigen Strandurlaub zu akzeptablen Preisen sucht, dann ist das schon in Ordnung“ &#8211; Thema durch. Und damit komme ich noch einmal zurück zu meinen Eltern und zu dem, was sich meiner Meinung nach seit Mitte der Siebziger so verändert hat. Mein Vater hat eine Weile in einem deutschen Bergwerk gearbeitet (der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass er aber auch bei Ford, bei Monsanto, beim Bau von zahllosen Betonwerken und als Arbeiter in durchaus nicht ungefährlichen Chemiefabriken tätig war). Er verstand sich damals wie heute mit vielen seiner Arbeitskollegen sehr gut und mit einem war er sogar so gut befreundet, dass er ihn und seine Frau seinerzeit mit in die Türkei genommen hat. Das war natürlich kein Neckermann-5-Sterne-All-Inclusive-Urlaub, aber es war wohl irgendwie sehr authentisch. Authentisch genug jedenfalls, um die Neugier seines Freundes für diese fremde Kultur derart zu wecken, dass er seitdem fast jedes Jahr seinen Urlaub in der Türkei verbracht hat.</p>
<p>In einem kleinen Ferienort nahe Istanbul kenne ich ein ähnliches Beispiel. Ein deutsches Rentner-Ehepaar hat sich dort in unserer Nachbarschaft häuslich eingerichtet und verbringt seit Jahren immer mehr Zeit dort. Neulich haben sie sogar einige Tausend Euro in eine Zentralheizung für ihre Eigentumswohnung investiert, um auch mal im Winter dort bleiben zu können.</p>
<p>Talking about integration. Können diese Menschen denn nun perfekt türkisch? Nö. Erwartet das denn irgendjemand dort von ihnen? Ebenfalls nö. Klar, sie müssen ihre Rechnungen bezahlen wie alle anderen auch und müssen sich selbstverständlich an die Gesetze halten. Gut, dem netten Opa im Supermarkt erklären zu können, was man gerade sucht ist nicht hinderlich, aber eben keine angeordnete Bürgerpflicht. Und niemand dort käme auf die Idee, laut nach Integration zu schreien oder sie zu denunzieren weil sie Schweinefleisch essen oder es wagen mit anderen Deutschen in der Öffentlichkeit auf einer anderen Sprache als türkisch zu reden.</p>
<p>Was ich dort stattdessen immer wieder erlebe ist die gesunde, menschliche Neugier an Allem was anders oder neu ist. Der Mehrwert eines Menschen mit fremder Kultur und Sprache steht dort im Vordergrund, nicht die schnellstmögliche Integration. Paradox ist es dann auch zu beobachten, wie z.B. viele Deutsche in Deutschland auf Menschen reagieren, die eben nicht aus amtlich verbrieften Kameltreiberstaaten kommen.  An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass die automatische Rechtschreibprüfung meiner Textverarbeitung das Wort „Kameltreiberstaaten“ nicht beanstandet hat und somit zu kennen scheint.</p>
<p>Trifft ein griesgrämiger Deutscher in der Kneipe einen Franzosen, der kein Deutsch spricht, dann bemüht er sich in der Regel mit Händen, Füssen und rostigen Erinnerungen an die Schulzeit um das Gespräch im Gange zu halten. Trifft der griesgrämige hingegen auf einen Türken ohne Deutschkenntnisse, wendet er sich kopfschüttelnd ab und faselt etwas von „Nix dazugelernt“. Dabei ist es dann unerheblich, ob die Person vielleicht ein einfacher Fernverkehr-LKW-Fahrer ist, der nie lange in Deutschland gelebt hat. Der Kameltreiber soll sich gefälligst Mühe geben um sich mit mir zu verständigen. Basta. Jaja, genau.</p>
<p>Aber ich will der Objektivität halber natürlich auch nicht unerwähnt lassen, dass man in der Türkei bei genauerer Betrachtung sicher ebenfalls sehr viele kulturell verankerte Dinge finden könnte, über die es sich aufzuregen lohnen würde. Da ich aber vorwiegend bzw. fast ausschließlich in Deutschland lebe, konzentriere ich mich natürlich auf die Probleme vor meiner eigenen Haustür. Und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Sobald ich nämlich meine Haustüre öffne, befinde ich mich im Treppenhaus eines großen Mehrparteien-Bunkers. Und da geht die Grübelei manchmal auch schon los. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag &#8230;</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Morgen geht es weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/18/islamisten-im-treppenhaus/" target="_blank">Islamisten im Treppenhaus</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Christentum ist besser als Islam</title>
		<link>http://www.aggromigrant.com/2010/08/15/christentum-ist-besser-als-islam/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 20:40:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interessant war mal eine Diskussion mit einem deutschen Freund, die vor einigen Monaten stattgefunden hat. Die ganze Sache zog sich im Prinzip über mehrere Tage hin und war ein immer... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/15/christentum-ist-besser-als-islam/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessant war mal eine Diskussion mit einem deutschen Freund, die vor einigen Monaten stattgefunden hat. Die ganze Sache zog sich im Prinzip über mehrere Tage hin und war ein immer wiederkehrendes Thema. Am Ende hatte es dann fast schon einen Running-Gag-Charakter erreicht. Es ging, wie so oft, um das Thema Religion. Der besagte Freund, ich nenne ihn an dieser Stelle mal Schnuppi &#8211; denn der Name ist ja auch Schnuppe, ist laut eigenen Aussagen bekennender Atheist. So weit, so gut. Jetzt ging es aber darum, dass Schnuppi irgendwann aus einer Bierlaune heraus mit meinem Bruder eine Diskussion darüber startete, dass ja im Grunde alle Religionen eigentlich schlecht sind und abgeschafft gehören. Bis dahin waren sich die Beiden auch noch relativ einig. Kritisch wurde es dann, als Schnuppi plötzlich hinzufügte, dass er aber schon denke, dass manche Religionen eben NOCH schlechter sind als andere. Insbesondere meinte er damit den Islam im Vergleich zum Christentum. Wäre es nicht ein relativ langweiliger Abend in unserer Stammkneipe gewesen, wäre dieses Thema vielleicht mit großem „Hallo“ und „Naja, lassen wir das mal lieber“ wieder im Giftschrank der müßigen Unterhaltungen verschwunden.</p>
<p>Da es aber sonst nicht viel zu erörtern gab, kaute man weiter von beiden Seiten an diesem zähen Themensteak herum. Irgendwann warf ich dann die etwas provokante Formulierung „Das ist doch wie Scheiße nach Geruch sortieren“ in den Raum und versuchte Schnuppis Aufzählungen bezüglich islamischer Missetaten wie Bombenattentate usw. mit täglich verhungernden Kindern in Armutsstaaten zu „neutralisieren“, die durch das Verbot von Verhütungsmitteln seitens der Kirche zu beklagen sind. Es gab natürlich noch dutzende weiterer Argumente von beiden Seiten über die ich nun berichten könnte, aber das würde jeglichen Rahmen dieses Textes sprengen.</p>
<p>Während mein Bruder und ich jedenfalls am Ende dieser zermürbenden Diskussion immer noch der festen Überzeugung waren, dass eigentlich alle Religionen &#8211; zumindest theoretisch &#8211; wunderbar durch vernünftige Gesetze, Demokratie und bessere Bildung ersetzt werden könnten, blieb Schnuppi bei seiner Meinung, dass es eben bessere und schlechtere Religionen gäbe. Für mich war die Sache  damit vorerst erledigt.</p>
<p>Nichtsdestotrotz nagte sie noch eine Weile weiter an mir herum. Schnuppi ist nun wirklich kein besonders religiöser oder intoleranter Mensch, ganz im Gegenteil. Und dennoch merkt man in solchen Situationen, wie wenig es bei derartigen Diskussionen eigentlich um die Religion an sich als viel mehr um die Verteidigung der eigenen Werte und Kultur geht.</p>
<p><em>Morgen geht es weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/17/deutsche-integrieren-sich-nicht/" target="_blank">Deutsche integrieren sich nicht</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Deutsche Gespräche mit Türken</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 07:21:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was stört es mich, wenn einige Leute, die ich nicht einmal persönlich kenne, falsch über mich oder meine „Landsleute“ urteilen? Dafür gibt es einen Haufen guter Gründe. Das fängt beim... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/14/deutsche-gesprache-mit-turken/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/Türken.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2162" title="Türken, wie man sie sich vorstellt." src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/Türken-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was stört es mich, wenn einige Leute, die ich nicht einmal persönlich kenne, falsch über mich oder meine „Landsleute“ urteilen? Dafür gibt es einen Haufen guter Gründe. Das fängt beim Namen an und hört bei der Frage nach der Religion auf. Ich bin nicht religiös. Ich hatte nie die Gelegenheit, mich in irgendeiner religiösen Gemeinschaft wohl zu fühlen und fand das auch nie besonders tragisch. „Dieser Gott, ja, ach Gott &#8230; was weiß denn ich“ denke ich manchmal und dann muss man aber auch schon wieder ans Telefon.</p>
<p>Steht man aber mal wieder leicht gelangweilt auf einer Party rum und es bietet sich einem die Gelegenheit, einen neuen Menschen kennenzulernen, geht’s schnell ans Eingemachte. Ob einem lieb ist oder nicht. Niemand würde wohl auf die Idee kommen, mit mir über Religion zu reden, wenn ich behaupten würde, ich heiße „Lars Husmann“. Ach ja, würde es dann lauten, bist Du eventuell mit dem Werner Husmann verwandt, der bei der Post arbeitet? Nein, würde ich dann vielleicht sagen, aber den kenne ich, mit dem war ich letztes Jahr am 1. Mai einen saufen. Und so weiter.</p>
<p>Was passiert aber, wenn ich brav meinen richtigen Namen aufsage? Dann verläuft das Gespräch mit großer Wahrscheinlichkeit in etwa so:</p>
<p>„Aha, wie war das? Ach so. Ok. Wo kommt denn der Name her?“<br />
„Aus der Türkei. Meine Eltern sind Türken.“<br />
„Ach so. Aber Du sprichst ja perfekt Deutsch, hätte ich gar nicht gedacht, dass Du Türke bist.“<br />
„Ja, ich bin ja auch hier geboren.“<br />
Später am Buffet.<br />
„Isst Du eigentlich Schweinefleisch? Ich meine wegen Deiner Religion.“</p>
<p>Ab dieser Stelle könnte ich jetzt noch ausmalen, wie ich meinem fiktiven Gegenüber im weiteren Verlauf des Gesprächs versuche den Unterschied zwischen Agnostikern und Atheisten zu erklären oder zum dutzendsten male die Geschichte zum Besten gebe, warum so viele Wissenschaftler und Historiker glauben wollen zu wissen, weshalb Schweinefleisch in islamischen Ländern seit jeher verpönt ist usw.</p>
<p>Zusammenfassend bleibt in Bezug auf dieses Beispiel festzuhalten, dass vermutlich große Teile des Gespräches um Themen kreisen würden, die ich wohl schon hunderte &#8211; wenn nicht tausende &#8211; male zuvor ausgiebig behandelt habe. Also für mich eher wenig bis gar nicht unterhaltsam.</p>
<p>Und dann gibt es bei solchen Gesprächen noch die Dinge, die nicht direkt angesprochen werden, die aber trotzdem &#8211; für mich offensichtlich &#8211; im Raum stehen bzw. meinem Gegenüber durch den Kopf gehen. Es gab tatsächlich schon Gespräche in meiner Vergangenheit, wo ich bereits nach den ersten zwei, drei Sätzen so gelangweilt war, dass ich einfach schon mal präventiv alles rausgehauen habe, was ich für den weiteren Verlauf der Unterhaltung bereits vorausgeahnt habe.</p>
<p>„Bevor Du fragst, nein, ich finde nicht, dass Frauen unbedingt Kopftücher tragen sollten. Aber es ist mir auch ehrlich gesagt egal, weil ich mit Religion eigentlich nix am Hut habe. Sollen die Frauen selbst entscheiden. Und nein, ich bin auch kein Macho, der beabsichtigt 5 Kinder in die Welt zu setzen um dann den Rest seines Lebens im schnöden Schein von billigen Neonröhren in Sportwetten-Läden oder türkischen Cafés zu verbringen. Und ja, ich habe diese ganzen Berichte über Ehrenmorde auch gesehen &#8211; aber Nein, sowas ist mir auch völlig zuwider &#8211; und Ja, mit meinen Eltern spreche ich zwar hauptsächlich türkisch, aber Nein, das bedeutet nicht automatisch, dass ich eine gespaltene Persönlichkeit besitze und irgendwann mal meine WAHRE SEITE die Überhand gewinnt.“ Ich denke die werte Leserin bzw. der werte Leser wird sich den Rest nun selbst zusammenreimen können.</p>
<p><em>﻿Morgen geht es weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/15/christentum-ist-besser-als-islam/" target="_blank">Christentum ist besser als Islam</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Ehrenmord und Gewaltbereitschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 05:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Während es den meisten normalen Menschen hier also keinerlei Probleme bereitet, sich selbst als schaulustiger Tourist gelassen via Fernbedienung durch die Wohnzimmer deutscher „Ausnahme-Asis“ zu zappen, ändert sich die Stimmung... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/13/ehrenmord-und-gewaltbereitschaft/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>W<a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/10501854.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2159" title="Ehrenmord" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/10501854-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>ährend es den meisten normalen Menschen hier also keinerlei Probleme bereitet, sich selbst als schaulustiger Tourist gelassen via Fernbedienung durch die Wohnzimmer deutscher „Ausnahme-Asis“ zu zappen, ändert sich die Stimmung schlagartig, wenn plötzlich von asozialen Ausländern berichtet wird. Gezeigt wird eine türkische Familie, die mit 4 Kindern in einer verwahrlosten und schmutzigen 45 Quadratmeter Wohnung lebt und Zack, wird unweigerlich davon ausgegangen, dass Türken wohl in der Regel dazu neigen viele Kinder zu zeugen, in zu engen Behausungen zu leben, es mit der Hygiene nicht so ganz ernst nehmen usw.</p>
<p>Irgendein Schwachkopf mit Migrationshintergrund ersticht seine eigene Schwester wegen der Familienehre oder sonst irgendeinem Quatsch und „Aha, Oho, sieh an, die meuchelnden Moslems machen sogar vor der eigenen Familie keinen Halt“. Und gemeint sind damit natürlich „eigentlich Alle“.</p>
<p>Todesmutig und generös wie der Deutsche aber eben ist, kauft er trotzdem weiterhin seinen Fleisch-Wrap bei Murats Dönerschmiede um die Ecke oder kehrt auch schon mal beim Gemüsetürken ein, wenn’s grad passt. Als Zeichen wahrer, menschlicher Größe gehen manche dann vielleicht sogar so weit, dass sie bei der nächsten Stammtischrunde mal ein nettes Wort über den einen oder anderen Türken verlieren, den sie persönlich kennen. Frei nach dem Motto „Ja, sicher, die sind schon wirklich kaum tragbar, aber es gibt tatsächlich auch ein paar, wenige Normale unter ihnen.“ Gut, die Stadt sei ja jetzt auch nicht so groß wie Berlin oder Köln und deswegen sind die natürlich auch zwangsläufig gut integriert und können sich nicht so benehmen wie andernorts. Nur ist halt Fakt und Realität, dass Deutschland eben nicht aus lauter Brennpunkten wie Berlin, Köln oder Frankfurt besteht, sondern hauptsächlich aus kleineren Städten. Mit lauter ausländischen Ausnahmefällen, die eben nicht anders können, als sich zivilisiert zu verhalten.</p>
<p>Schon höre ich das aufgebrachte Gemurmel der Menge, bald werden sie mich mit Fackeln und Forken zur örtlichen Mühle treiben. Was fällt diesem Trottel ein, alle Deutschen so über einen Kamm zu scheren? Tu ich nicht. Ich selbst habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, der zum größten Teil aus „echten Deutschen“ besteht. Lauter tolle Menschen, wie ich finde. Aber viele von ihnen haben erst im Laufe der Zeit begriffen, wie die &#8211; bzw. wie meine &#8211; Realität aussieht. Mit diesen Menschen kann ich mich in der Regel auch prima über jegliche Art von menschlicher Dummheit echauffieren oder auch schon mal darüber lachen.</p>
<p><em>Morgen geht es weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/14/deutsche-gesprache-mit-turken/" target="_blank">Deutsche Gespräche mit Türken</a>&#8220;.</em></p>
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		<title>Ausländer sind anders als Ihr denkt</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 12:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Onur Pekdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir leben in einer schizophrenen Gesellschaft, die eigentlich nur oberflächlich betrachtet tolerant und aufgeschlossen für andere Kulturen zu sein scheint. Was läuft da schief? Im erfolgsverwöhnten, modernen Deutschland gibt man... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/12/auslander-sind-anders-als-ihr-denkt/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/Ausländer.jpg"><img class="size-full wp-image-2140 alignleft" title="So sind nicht alle Ausländer." src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/Ausländer.jpg" alt="" width="289" height="137" /></a>Wir leben in einer schizophrenen Gesellschaft, die eigentlich nur oberflächlich betrachtet tolerant und aufgeschlossen für andere Kulturen zu sein scheint. Was läuft da schief? Im erfolgsverwöhnten, modernen Deutschland gibt man sich schließlich allerorts viel Mühe, um das saubere Vorzeige-Multikulti-Alles-viel-besser-als-früher-Image zu pflegen.</p>
<p>Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass heute nicht sehr vieles deutlich besser ist als ganz früher.  Und mit ganz früher meint der Autor dieses Textes jetzt weder die wirren 90er noch die poppigen 80er oder die wilden 70er Jahre. Es wäre jetzt aber zu abgedroschen, wie die meisten Hobby-Nörgler wieder gleich bei den dunkelsten Kapiteln Deutschlands anzufangen. Gute Vergleichsmöglichkeiten bieten sich mir als in Deutschland geborenes Kind türkischer Einwanderer schon, wenn ich an meine eigene Kindheit oder Jugend zurückdenke. Zwar sind einige meiner eigenen Erinnerungen etwas verschwommen, aber basierend auf Erzählungen meiner Eltern lässt sich das Puzzle für mich doch relativ vollständig zusammensetzen. Vorwegnehmen möchte ich, dass sich meiner Meinung nach seit Mitte der 70er bis ins Jahr 2010 vieles wieder verschlechtert hat, was den geistigen Horizont und die Toleranz der Menschen hierzulande angeht.</p>
<p>Wer sich die Zeit nimmt, um diesen Text weiterzulesen, wird im Folgenden mit ein paar meiner persönlichen Theorien diesbezüglich Bekanntschaft machen. Und ich möchte ebenfalls vorausschicken, dass ich diese Erkenntnisse bereits mit zahlreichen Menschen (vorwiegend mit deutschen Freunden) lang und schmutzig ausdiskutiert habe, bis ich mir letztendlich sicher sein konnte, dass ich auch wirklich richtig liege.</p>
<p>Was ist da also passiert? Um das zu verstehen, sollte man zunächst einmal eine Momentaufnahme davon machen, wie hierzulande „Ausländer“ (insbesondere „Türken und andere Kameltreiber“) wahrgenommen werden. Dank unserer skandalösen Medienlandschaft  wurde über Jahrzehnte hinweg der deutschen Bevölkerung ein völlig verzerrtes Bild von den hier lebenden Ausländern frei Haus geliefert.</p>
<p>Beim andächtigen Abendbrot kauen oder bei der morgendlichen Zeitungslektüre saugte das wissbegierige Volk ungefiltert und über Jahre die vielen Schreckensmeldungen über all die verrohten, barbarischen Sitten und Bräuche dieser ungestört unter Deutschlands Obhut lebenden Ausländer auf. Großstädte wurden da gezeigt, von Ballungszentren der Gewalt war gern die Rede, über Gangster und Ghettoleben wurde da gemunkelt. Vergleiche zu den Latino-Gangs in Los Angeles schwebten in der Luft. Prima Gehirnmüsli für Millionen gelangweilter Menschen, die in ruhigen und beschaulichen Kleinstädten leben. Aber beim Kegeln oder am Wochenende will man dann seinen ebenfalls gelangweilten Mitmenschen ja auch gerne mal was Aufregendes berichten.</p>
<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/lingen.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2141" title="lingen" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2010/08/lingen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich selbst stamme ebenfalls aus einem kleinen, beschaulichen Städtchen namens <a href="http://www.lingen.de/" target="_blank">Lingen</a>, habe aber auch einige Jahre in Frankfurt am Main gelebt und gearbeitet. Und siehe da &#8230; auch in Frankfurt war es bei weitem nicht so schlimm, wie es einem die Medien weismachen wollten. Ich will natürlich nicht abstreiten, dass es Probleme gibt. Das wäre albern. Schlimm ist jedoch, dass fast ausschließlich die Speerspitzen dieser Probleme dokumentiert und verbreitet werden. Klar, wer nicht komplett auf den Kopf gefallen ist, der weiß ja sicher auch, welche Art von Nachrichten sich besser verkaufen lassen. Meldungen wie „Schockierend &#8211; Türkische Familie lebt seit Jahrzehnten friedlich und vollständig integriert in deutscher Kleinstadt“ würden tatsächlich viele schockieren. Was soll denn das für eine lächerliche Meldung sein, wäre da die berechtigte Frage.</p>
<p>Und trotzdem liegt genau dort der Haken. Wenn deutsche Zuschauer sich deutsches „Unterschichtenfernsehen“ anschauen, dann oft nur deswegen, um anschließend beruhigt aufatmen und sich denken zu können „Puh, na da haben wir ja Glück, dass wir nicht zu dieser fiesen, stinkenden Unterschicht gehören.“ Die Differenzierung fällt in diesem Falle leicht. Schließlich sind WIR hier in Deutschland, und man hat viele normale Freunde und Verwandte und, ja, natürlich, hier und da ist schon manches menschliche Elend zu beklagen &#8211; aber im Großen und Ganzen sind WIR Deutschen ja doch ein ordentliches und gut sortiertes Völkchen.</p>
<p><em>Morgen geht es in dieser Serie weiter mit &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2010/08/13/ehrenmord-und-gewaltbereitschaft/" target="_blank">Ehrenmorde und Gewaltbereitschaft</a>&#8220;.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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