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	<title>AggroMigrant &#187; Lynxxx</title>
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	<description>Migranten über Deutschland und die Welt.</description>
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		<title>Geert Wilders ist schizophren, aber nicht jeder Schizophrene ist Geert Wilders</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 09:15:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lynxxx</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier mal eine interessante Meinung in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, die mir als diskussionswürdig erscheint: Es passte nichts zusammen, und eben das passte am Ende für die Gutachter zusammen. Sie... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2011/12/28/geert-wilders-ist-schizophren-aber-nicht-jeder-schizophrene-ist-geert-wilders/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier mal eine interessante Meinung in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, die mir als diskussionswürdig erscheint:</p>
<blockquote><p>Es passte nichts zusammen, und eben das passte am Ende für die Gutachter zusammen. Sie attestierten dem niederländischen <a href="http://lynxx-blog.blogspot.com/2011/07/ist-geert-wilders-ein-rechtspopulist.html">Geert Wilders</a> nun, an paranoider Schizophrenie erkrankt zu sein. [...]</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-6848" title="Geert Wilders Nase" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2011/12/Geert-Wilders-Nase-145x145.jpg" alt="" width="145" height="145" />Wilders Kurzfilm &#8220;fitna&#8221; wurde schon vielfach ausgedeutet. Es ist eine bizarre Mischung unterschiedlichster Ideen, von Nationalismus, Antifeminismus und Islamophobie bis hin zu Zionismus und verschrobenen Anklängen an Zahlenmagie und ans Christentum. Geert Wilders sieht sich als zukünftiger Herrscher der Niederlande vereinigt mit dem belgischem Flandern, als Mitglied einer (nicht existierenden) Ein-Parteien-Diktatur. Er plant, Muslime in Reservaten zu stecken oder zu deportieren.</p>
<p><strong>Wilders Gedanken werden durch Wahnideen bestimmt</strong></p>
<p>Aus dem Gedankengebräu kann man eigentlich nur eines herauslesen: einen tiefsitzenden Verfolgungswahn. Seine Schriften sind das Produkt eines sich bedroht wähnenden Geistes, der den Hass auf seine Verfolger als Ausweg sieht. Die Gutachter glauben, dass Wilders in seinem eigenen wahnhaften Universum lebt, in dem &#8220;all seine Gedanken und Handlungen durch seine Wahnideen bestimmt werden&#8221;.</p>
<p>Manche Kommentatoren entrüsten sich über das Gutachten, weil es die Rechtspopulisten und selbsternannte &#8220;Islamkritiker&#8221; der Geschichte entlaste, die auch im Namen vermeintlich höherer Ideen geistig brandstiften. Das Gutachten banalisiere das offenkundig Böse von Wilders Antrieb. Aber zwischen Wilders Wahn und den &#8220;überwertigen&#8221; Ideen von Fanatikern bestehe ein großer Unterschied, sagt Norbert Leygraf, Experte für forensische Psychiatrie an der Universität Duisburg-Essen.</p>
<p>Selbst ein Fanatiker sei dazu imstande, zu seiner Idee kritischen Abstand zu gewinnen. Wer im Wahn gefangen ist, kann das nicht. Wilders glaubt vermutlich wirklich, der letzte Kämpfer für seine Form der &#8220;Freiheit&#8221; und der Erlöser der Niederlande zu sein. Seine abstrusen Ideen sind nicht, wie bei Fanatikern, die treibende Kraft ihrer Taten, sondern ebenso wie diese ein Symptom der Krankheit. Die roboterhafte Kaltblütigkeit seiner Attacken gegen alles Islamische und sein merkwürdig ungerührter, fast entrückter Gesichtsausdruck bei der verbalen Hetze gegen Muslime fügen sich in dieses Bild.</p>
<p>Für viele ist unverständlich, wie Wilders seine Thesen über Jahre sorgfältig entwickeln konnte, wenn er doch verrückt war. Es stimmt zwar, dass die meisten Schizophrenen geistig so wirr (und natürlich völlig harmlos) sind, dass sie zu einer solchen Thesenentwicklung weder gewillt noch in der Lage wären. Aber: Die Schizophrenie bringt zwar die Gedanken durcheinander, sie schwächt jedoch fürs Erste nicht die Intelligenz – der schizophrene Mathematiker John Nash hat es bis zum Nobelpreis gebracht.</p>
<p>Der Psychiater Leygraf weist zudem darauf hin, dass Wilders zu einer brisanten Untergruppe von Schizophrenen gehört. Das sind jene Kranken, die über die Jahre ein systematisches Wahngebäude in ihrem Kopf errichtet haben und die zugleich eher wenig mit formalen Denkstörungen zu kämpfen haben, wie sie bei der Schizophrenie eigentlich typisch sind, etwa zerfahrenem und unzusammenhängendem Denken. Diese Menschen können nach außen einen weitgehend vernünftigen Eindruck machen.</p>
<p><strong>Die Schizophrenie verwirrt die Gedanken, aber nicht unbedingt die Intelligenz</strong></p>
<p>Eine schizophrene Psychose bedeutet nicht automatisch, dass der Täter schuldunfähig ist. &#8220;Das muss im Einzelfall geprüft werden&#8221;, sagt der Psychiater Jürgen Leo Müller von der Asklepios-Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie in Göttingen. &#8220;Die Tat muss Ausdruck der Psychose sein.&#8221;</p>
<p>[...]</p></blockquote>
<p>Wie wahrscheinlich die meisten schon gemerkt haben, ist obiger Text eine Satire auf diesen <a href="http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-12/breivik-schizophrenie/komplettansicht">ZEIT-Artikel</a>. Ich habe lediglich den Namen Anders Breivik durch Geert Wilders ersetzt, der Text als solches blieb &#8211; fast &#8211; unberührt. Ebenso gut hätte man auch viele andere &#8220;übliche Verdächtige&#8221; der sogenannten &#8220;Islamkritiker&#8221; einsetzen können, wie zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte">Udo Ulfkotte</a>, <a title="Henryk M. Broder" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_M._Broder">Henryk M. Broder</a>, <a title="Necla Kelek" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Necla_Kelek">Necla Kelek</a>, <a title="Thilo Sarrazin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin">Thilo Sarrazin</a>, <a title="Ayaan Hirsi Ali" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ayaan_Hirsi_Ali">Ayaan Hirsi Ali,</a> usw.<br />
Denn alle vereint eine fast wahnhafte, krankhafte, paranoide Angst vor &#8220;dem Islam&#8221;, unter Ausblendung oder Ignorierung jeglicher seriöser Expertisen von Fachleuten.</p>
<p>[...]</p>
<p>Da alle diese &#8220;Islamkritiker&#8221; eine gewisse Intelligenz besitzen, sie in anderen Zusammenhängen treffende Analysen zu erstellen imstande waren, bleiben eigentlich nur noch zwei rationale Erklärungen:</p>
<p>1. Sie sind krank, im weitesten Sinne, also erkennen nicht ihren Wahn, denn ihre &#8220;steilen&#8221; Thesen gehen ja mit einer schon oben beschriebenen Ignoranz jeglicher seriöser Fachliteratur (von Professoren, die sich nicht erst seit wenigen Jahren mit diesen Themen beschäftigten) einher. Um von diesen &#8220;Wahn&#8221; abzulenken, werden nicht selten Verschwörungstheorien konstruiert, dass weltweit alle Wissenschaftler und ein Teil der Medien und Politik alle blind seien, alle unter einer Decke stecken, und alle insgeheim die &#8220;Islamisierung&#8221; der Gesellschaft fördern würden. Das lässt die Erklärung, dass diese Islamkritiker &#8220;krank&#8221; seien sogar noch plausibler erscheinen.</p>
<p>Oder als zweite Erklärungsmöglichkeit:<br />
Ihnen ist bewusst, dass ihre Publikationen einer wissenschaftlichen Überprüfung  nicht standhalten, ihnen ist bewusst, dass sie sehr großen Käse schreiben, aber es ist ihnen egal, denn sie haben erkannt, dass sie mit ihren Schriften ein neues Auto, eine neue Yacht, eine neue Villa, sogar manchmal diverse Preise und Auszeichnungen oder politische oder gesellschaftliche Macht erlangen können. Sie also ganz bewusst und kaltblütig auf Kosten Dritter sich bereichern möchten.</p>
<p>Übrigens, ist es für den psychologischen Laien nicht erstaunlich, wie gut der Text zu Anders Breivik auch auf Geert Wilders und Co. passend erscheint?</p>
<p>Naja, wie dem auch sei. Obiges nur nicht zu ernst nehmen&#8230;</p>
<p>Den kompletten Artikel findet Ihr <a href="http://lynxx-blog.blogspot.com/2011/12/geert-wilders-ist-schizophren-aber.html#more" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Warum ein Türke oft ein Türke bleibt</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 10:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lynxxx</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der auch mich zum Nachdenken anregte: Warum wird eigentlich Barack Obama als &#8220;Schwarzer&#8221;, &#8220;Farbiger&#8221;, &#8220;Afro-Amerikaner&#8221;, usw. angesehen? Ebenso Colin Powell? Es gäbe... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2011/09/05/warum-ein-turke-oft-ein-turke-bleibt/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der auch mich  zum Nachdenken anregte: Warum wird eigentlich Barack Obama als  &#8220;Schwarzer&#8221;, &#8220;Farbiger&#8221;, &#8220;Afro-Amerikaner&#8221;, usw. angesehen? Ebenso <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Powell">Colin Powell</a>?  Es gäbe da noch viele Beispiele aus den USA, oder aus Deutschland  Beispiele von Deutschen, die aus binationalen Ehen hervorgegangen sind,  doch irgendwie von vielen immer noch anders gesehen werden, als andere  Deutsche, sofern sie einen türkischen Namensteil tragen. Selbst wenn sie  nur einen Großvater aus der Türkei hatten, also zu dreiviertel  &#8220;deutsches Blut&#8221; in sich tragen.<br />
Diese &#8220;Afro-Amerikaner&#8221; werden übrigens nicht nur von den &#8220;weißen&#8221;  Amerikanern so gesehen, sie werden nicht selten auch von den  afro-amerikanischen Mitbürgern so gesehen, und ebenso bezeichnen sich  viele recht hellhäutige Afro-Amerikaner selber als &#8220;Schwarz&#8221;, als  &#8220;Black&#8221;, selbst wenn sie nicht viel anders aussehen wie Süditaliener<br />
Ich muss zugeben, dass ich diese Zuschreibung &#8220;schwarz&#8221;, &#8220;farbig&#8221;,  &#8220;afro-amerikanisch&#8221; auch oft mitmache, obwohl ich mich schon vor Jahren  fragte, warum manche, die so gar nicht &#8220;afrikanisch&#8221; aussehen, immer  noch als &#8220;schwarz&#8221; bezeichnet werden und wurden. Zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alicia_Keys">Alicia Keys</a>, die ich nie als &#8220;schwarze Musikerin&#8221; gesehen habe, bis eines Tages eine Moderation davon sprach.</p>
<div>Ein Ausschnitt des Blogbeitrages:</div>
<blockquote><p>Obama und Berry  haben weiße Mütter, und Powell ist, dank seiner schottischen Vorfahren,  hellhäutiger als ein Schwabinger Schickimicki mit Zehnerkarte fürs  Bräunungsstudio. Wieso sehen wir sie als &#8220;schwarz&#8221;, obwohl sie ebenso  gut &#8220;weiß&#8221; sind? Weil wir auch im 21. Jahrhundert noch Rangordnungen der  ethnischen Zurodnung in unseren Köpfen haben, die dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europide">Europiden</a> den obersten Platz zuteilt und alle andere &#8220;Rassen&#8221; als minderwertig = kontaminierend empfindet.</p></blockquote>
<p>[...]</p>
<p><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2011/09/Türkeifans.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6250" title="Türkeifans" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2011/09/Türkeifans-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nun, bei Kindern hierzulande aus binationalen Ehen (erste Anlaufstelle für praktische Infos wäre die <a href="http://www.verband-binationaler.de/">IAF</a>)  &#8211; zum Beispiel deutsch-türkische &#8220;Mischlings&#8221;-Kinder &#8211; kommt eher  weniger die Stigmatisierung oder die Zuschreibung zur als minderwertig  angesehenen Gruppe als bei den sogenannten &#8220;gemischten&#8221; Afro-Amerikanern  zum Tragen, denn man sieht ihnen vielfach einfach gar nicht an, dass  sie halb oder viertel, usw. türkischer Abstammung sind. Sie sehen nicht  anders aus, wie Markus Söder, oder den verkappten <a href="http://farm1.static.flickr.com/55/147507378_e67d1c650b.jpg?v=0">Uiguren</a> <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8a/Dr-guenther-beckstein2.jpg/220px-Dr-guenther-beckstein2.jpg">Günther Beckstein</a>&#8230; <img src='http://www.aggromigrant.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dieses ändert sich aber in dem Moment, wo sie einen türkischen  Namensbestandteil haben, sei es einen Nachnamen, oder einen Vornamen.  Wer jemals mit deutsch-türkischen Mischlingen persönlichen Kontakt  hatte, vor allem diejenigen, die einen türkischen Namen tragen, der  kennt unzählige Geschichten, wo oft die Zuschreibung zur türkischen  Gruppe stattfand, obwohl eigentlich die Chance 50:50 % bestand, dass man  mit gleichem Recht jemanden als zur deutschen Gruppe zugerechnet hätte  können.</p>
<p>[...]</p>
<p>Wer kennt aus diesen Mischlingskreisen nicht die Sätze &#8220;Ach, du bist Türke?&#8221;, nachdem man seinen Namen nannte?</p>
<p>Dazu passt auch wunderbar <a href="http://www.faz.net/s/Rub31A20177863E45B189A541403543256D/Doc%7EE8F631D11E26F419A988E1AF35D069D38%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">dieser Artikel der FAZ</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Was sagt Mehmet Scholl zu Sarrazin?</strong></p>
<p>Die Antwort ist: nichts. Die meisten Deutschen mit türkischer  Familiengeschichte beteiligen sich an der Integrationsdebatte nicht. Sie  sind schon integriert, fühlen sich aber als Minderheit.<br />
(&#8230;)<br />
<strong>„Mehmet Scholl ist ja aber kein richtiger Türke“, mögen die Kritiker  jetzt entgegnen. „Du bist ja eine Ausnahme“ ist ein Satz, den jeder  Mehmet-Scholl-Türke nur zu gut kennt.</strong> (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Den gesamten Artikel könnt Ihr <a href="http://lynxx-blog.blogspot.com/2011/01/warum-ein-turke-oft-ein-turke-bleibt.html" target="_blank">hier</a> lesen.</p>
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		<title>&#8220;Die Türken kommen &#8211; rette sich, wer kann&#8221;</title>
		<link>http://www.aggromigrant.com/2011/08/31/die-turken-kommen-rette-sich-wer-kann/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 15:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lynxxx</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart besser einzuordnen, oder die Zukunft besser einzuschätzen. Hier mal ein recht langer Spiegel-Artikel von 1973 mit dem Titel &#8221;Die Türken kommen &#8211;... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2011/08/31/die-turken-kommen-rette-sich-wer-kann/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 322px"><img class=" " title="Der Spiegel - Ausgabe 30. Juli 1973" src="http://4.bp.blogspot.com/-1PINYRHqyPg/TkgZBluoS6I/AAAAAAAAAUA/RvnDwgyz6OM/s1600/spiegel-titel+1973.jpg" alt="Der Spiegel - Ausgabe 30. Juli 1973" width="312" height="410" /><p class="wp-caption-text">Der Spiegel - Ausgabe 30. Juli 1973</p></div>
<p>Manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart besser einzuordnen, oder die Zukunft besser einzuschätzen. Hier mal ein recht langer Spiegel-Artikel von 1973 mit dem Titel &#8221;Die  Türken kommen &#8211; rette sich, wer kann&#8221;. Da fragt man sich, ob es wirklich  schon immer &#8220;Denkverbote&#8221; wegen der sogenannten &#8220;Political  Correctness&#8221;-&#8221;Diktatur&#8221; gegeben hat, die letztes Jahr im Zuge der  Sarrazin-Debatte wieder einmal zum Vorschein kam. Vielleicht hat sich  dieses Klima aber auch erst ein Jahrzehnt später eingestellt, mit dem  Einzug der Grünen in den Bundestag, im Zuge dessen vielleicht sich der  Sprachgebrauch zunehmend etwas sensibilisierte, bis vielleicht  tatsächlich über das Ziel hinausgeschossen wurde, und geforderte  deutsche Sprachkompetenz mit &#8220;Zwangs-Germanisierung&#8221; als Argument  &#8220;totgeschlagen&#8221; wurde. Aber diese Zeiten der (auch verbalen)  Verharmlosung von Integrationsproblemen sind ja schon lange vorbei, wenn  es sie denn je so gegeben hatte, wie die Kritiker behaupten.<br />
Jedenfalls scheint der Spiegel hier in den 70ern kein Blatt vor dem Mund zu nehmen.</p>
<p>Einige Auszüge</p>
<blockquote><p>[...]</p>
<p>Fast alle bleiben im Lande und mehren sich redlich. Von 1720  Neugeborenen, die 1972 im städtischen Urban-Krankenhaus zur Welt kamen,  waren 650 Türken-Kinder. Rund 5000 Alis und Selims unter 14 leben nach  offizieller Zählung am Kreuzberg; in den Freizeitstätten des  Sanierungsgebietes haben sie die Mehrheit, im Jugendzentrum an der  Naunynstraße gar mit zwei Dritteln.<br />
&#8230;<br />
Schon jetzt gibt es in Kreuzberg Häuserzeilen, wo &#8212; wie in der  Mariannenstraße &#8212; nur noch jeder fünfte Anwohner Deutscher ist. &#8220;Wenn  das so weitergeht&#8221;, sagt Bezirksbürgermeister Günther Abendroth,  &#8220;ersaufen wir einfach.&#8221;<br />
&#8230;<br />
Gleichwohl erhellt der Türken-Andrang die Misere in bisher nie  dagewesener Schärfe. Kein anderes Herkunftsland hat so viele  Analphabeten (Uno-Schätzung: 54 Prozent). Für keine ethnische Gruppe ist  die Kluft zwischen urtümlichen Lebensbedingungen zu Hause und  entwickelter Industrie-Gesellschaft so tief wie für die Frauen und  Männer Kleinasiens.<br />
&#8230;<br />
Kein Wunder, wenn die Türken in der Bundesrepublik ein Exempel dafür  liefern, daß &#8220;gesellschaftlich nicht eingebundene Minderheiten zur  räumlichen Absonderung&#8221; drängen und in der Fremde, wie es Soziologen der  Münchner Stadtplanung formulierten,. &#8220;vertraute Lebensgewohnheiten&#8221;  suchen &#8212; indem sie eng aneinanderrücken.<br />
&#8230;<br />
Zwar: Eine Randgruppenstadt, die unter Rassenkampf, Kriminalität und  Häuserverfall zum Siechtum in Apathie verurteilt scheint, ist  hierzulande eher noch Alptraum. Doch erste Harlem-Symptome sind bereits  sichtbar. An den Erosionsstellen deutscher Städte &#8220;wächst ein neues  Subproletairiat heran, keimt die Saat sozialer Krankheitsherde&#8221; (Richter  Franz). Ein Türke bleibt nicht lange allein.<br />
&#8230;<br />
Denn alle verspüren deutsche Geringschätzung. &#8220;Die türkisch-deutsche  Freundschaft scheint verschwunden&#8221;, klagte dem türkischen Soziologen  Nezih Manyas ein Kreuzberger Landsmann. &#8220;In der Türkei&#8221;, so ein anderer  enttäuscht, &#8220;nimmt noch heute ein Taxifahrer kein Geld, wenn er weiß,  daß Sie Deutscher sind.&#8221; Ein dritter Manyas-Konfident: &#8220;Die Leute wollen  uns hier nicht.&#8221; Coskun Evranos, Viktualienhändler in der Berliner  Gneisenaustraße, hört öfters, wie draußen vor dem Laden deutsche  Passanten seine deutschen Kunden angiften: &#8220;Sie sollten sich genieren.&#8221;</p>
<p>Das scheint typisch zu sein, denn:</p>
<p>* Nur elf Prozent der Berliner, so ergab eine &#8220;Infas&#8221;-Umfrage,  spendierten den Türken das Status-Prädikat &#8220;sauber&#8221;; sechs Prozent  erkannten auf &#8220;zuverlässig&#8221;.</p>
<p>* 60 Prozent der Frankfurter Türken, so ermittelte Soziologin Maria  Borris, konnten zu Deutschen nur &#8220;schlechte&#8221; oder &#8220;gar keine&#8221; Kontakte  herstellen.</p>
<p>* Jeder zweite Berliner wünscht, nichts mit Türken zu tun zu haben, jeder siebte wünscht sie ins separate Wohngebiet.</p></blockquote>
<p><a href="http://lynxx-blog.blogspot.com/2011/08/die-turken-kommen-rette-sich-wer-kann.html" target="_blank"><em><strong>Den gesamten Artikel und den Link auf die Originalquelle im Spiegel findet Ihr im Blog von Lynxxx.</strong></em></a></p>
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