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	<title>AggroMigrant &#187; Lada</title>
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	<description>Migranten über Deutschland und die Welt.</description>
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		<title>Richard Sarrazins verschleierte Enthüllungen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 06:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hartz-4]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitslos]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, Richard Sarrazin du Freigeist von dem grad nur zögerlich die Rede in  den Medien ist. Nicht das die Nachricht von deiner Armut wie eine  Bombe eingeschlagen wäre, gleich dem Buch deines Vaters, dafür war sie  auch zu inhaltsleer. Doch erreicht hat uns diese Meldung das du, ja du  Thilo Sarrazins Sohn Hartz-4 beziehst und das auch noch gern machst. Wir  aber haben die Nachricht nur zögerlich aufgenommen, warum sollte Thilo  Sarrazins Sohn sich an die Medien wenden und mit so einer banalen  Nachricht eine Kürzung der Bezüge von Hartz-4 in Kauf nehmen, schließlich  hast du der Bunten dein armseliges Leben sicher nicht geschenkt. Dazu  riskierst du auch noch einen weiteren Streit mit deinen Eltern, in  selbstzerstörerischem Wissen das für dich gar nichts dabei raus springt  und dann tauchst du auch noch  unter. Was hat dich dazu getrieben uns  mitzuteilen dass du einer von uns bist, wenn du doch so leer dabei  ausgehst und warum hast du uns nicht mehr erzählt?  Etwas mehr, wäre  schon nötig gewesen um einen handfesten Skandal à la Guttenberg zu  provozieren. Nun steht diese Nachricht im Raum und keiner weiß was damit anzufangen, nicht mal die Befürworter deines  Vaters können dich damit in der Luft zerreißen und wir, also die lower  class und die Muslime wissen auch nicht, wie man mit dem bisschen  Informationen deinem Vater ans Bein pinkeln soll.</p>
<p>Du sollst ja seelische Probleme haben und im Krankenhaus liegen schreibt  die TAZ und wir sollten dich lieber in Ruhe lassen. Tun wir Richard, es  geht nicht um dich, du bist Thilo Sarrazins Sohn mehr nicht, es wäre  gemein von uns, wenn wir uns jetzt an dir hochziehen. Aber wenn du  einigermaßen gesund bist, dann lass doch bitte eine richtige Bombe für  uns platzen. Wir sind nicht in Wallung geraten, der Zorn hat uns nicht  erfasst, du musst schon etwas mehr von den Abartigkeiten deiner Eltern  vom Stapel lassen, damit alle zufrieden sind und sie oder dich in der  Luft zerreißen können, notfalls halten auch die Muslime noch einmal den  Kopf hin. Aber bitte, bitte gib uns einen Skandal, der auch die  Bildzeitung erreicht. Denn wie soll der Mensch da noch ruhig schlafen,  wenn das Thema nicht auszuschlachten ist?</p>
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		<title>Pro NRW auf Konfrontationskurs mit den Osmanen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 21:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[assimilation]]></category>
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		<category><![CDATA[Recep Erdogan Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Unser Ministerpräsident]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit dem heutigen Besuch des türkischen Premiers Recep  Tayip Erdogan im Düsseldorfer ISS Dome, hat sich der Pro NRW  Kreisverband Recklinghausen etwas ganz besonderes ausgedacht. Man trete  zur Schlacht bei den Thermopolypen an, so der Vorsitzende Werner Peters.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn der islamistische Ministerpräsident Erdogan, alias &#8220;Xerxes I&#8221;, nur  12000 türkische Anhänger zusammen bekommt, dann wird die Pro NRW, alias  &#8220;die Spartaner&#8221;, sich auch nur mit 50  Mitgliedern der Pro NRW zur  Mahnwache aufstellen. Wir wollen ja nicht in Düsseldorf, alias den  &#8220;Thermopolypen&#8221;, das historische Kräfteverhältnis zu Ungunsten des  erdoganischen Heeres gestalten.</p></blockquote>
<p>Grade mal vier Anhänger scheint dieser Verein in Recklinhausen zu haben,  womit man die 50 angekündigten Pro NRW Anhänger, die sich in Düsseldorf  formatieren wollen komplettiert. Will sich da jemand im Glanz des  türkischen Premiers sonnen? Nein, viel mehr ist anzunehmen das die Pro  NRW darauf aus ist zu provozieren und sich erhofft, dass einige Besucher  der Veranstaltung nicht benehmen können. Somit hätte die Pro NRW Grund  genug sich der Öffentlichkeit ein paar Tage als Opfer zu präsentieren  und damit ihre Kampagne gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands  vorantreiben. Also Holzauge sei wachsam, auf diesen Höhenflug der  Möchtegern-Spartaner braucht nun wirklich keiner reagieren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2011/02/pronrw3001.jpg"><img class="size-medium wp-image-4609 aligncenter" title="Pro NRW Möchtegern-Spartaner" src="http://www.aggromigrant.com/wp-content/uploads/2011/02/pronrw3001-284x300.jpg" alt="Pro NRW Möchtegern-Spartaner" width="284" height="300" /></a></p>
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		<title>Integrationsmanie</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 06:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[ausländer]]></category>
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		<category><![CDATA[Türken]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein ständiger Begleiter der Integration, Vorurteile wegwischen. Ein Gespräch mit einer dreifachen, türkischen Mutter die alles versucht um ihre Familie in Deutschland zu integrieren und mitunter daran zu verzweifeln scheint. Diese &#8220;Halbinterview&#8221; ist... <span class="meta-more"><a href="http://www.aggromigrant.com/2011/02/18/integrationsmanie/">Weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ständiger Begleiter der Integration, Vorurteile wegwischen.</p>
<p>Ein Gespräch mit einer dreifachen, türkischen Mutter die alles versucht um ihre Familie in Deutschland zu integrieren und mitunter daran zu verzweifeln scheint. Diese &#8220;Halbinterview&#8221; ist während eines Turniers im Fußballverein unserer Kinder entstanden, leider war kein Stift zur Hand und so kann ich den Inhalt des Gesprächs nur aus dem Gedächtnis wiedergeben. Beeindruckend war für mich, die Haltung der Mutter, die selbst Kopftuch trägt, zu Themen wie Bildung und Erziehung, fast beängstigend am Ende, ihre aufgeklärte Resignation in Fragen der Integration.</p>
<p>Hier ihre Geschichte.</p>
<p>Ich gestehe, ich habe eine Manie. Mich begleitet seit langer Zeit ein Zustand den man getrost als Integrationsmanie bezeichnen kann und ich denke dieser Zustand ist mit der Integrationsdebatte zu erklären. Eigentlich habe ich erst gar nicht bemerkt, dass ich an dieser Krankheit leide, doch je älter und aufgeklärter unsere Kinder werden, je deutlicher sind die Anzeichen dafür erkennbar, denn die Kinder halten uns einen Spiegel unserer Seele vor.</p>
<p>Wie das Ganze begann? Nun wir sind eine ganz normale Einwandererfamilie, die seit gut 35 Jahren hier in Deutschland lebt. Zu Beginn nannte man uns Gastarbeiter oder Ausländer, häufig hörten wir auch Worte, wie Spaghetti und Knoblauchfresser, Polacke, oder Kanake. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran und Ausländer war ja ganz in Ordnung, bis wir uns dann entschlossen haben zu bleiben. Nicht wegen des Geldes, sondern weil man seinen Lebensmittelpunkt nun mal hier hat und sicher gehen wollte das es so bliebe, an unserer Andersartigkeit hat sich aber nichts geändert, außer die Bezeichnungen dafür.</p>
<p>35 Jahre, sind eine lange Zeit, wir laufen nicht durch die Straßen und vermuten an jeder Ecke Rassismus, wir leben ganz normal mit unseren Nachbarn in Deutschland. Wobei es natürlich Gelegenheiten gibt, in denen man sich diskriminiert fühlt aufgrund der Herkunft oder auch rassistisch beleidigt wird. Fairerweise kann man durchaus sagen, dass es viele Menschen gibt und schon immer gegeben hat, die uns &#8220;Ausländer&#8221; beschützen und umgekehrt halten wir es auch so. Es dreht sich nicht alles darum was man als &#8221;Ausländer&#8221; hier schlechtes erleben kann, die Prioritäten im Leben von ganz normalen Menschen, die wir nun mal sind, liegen in anderen Bereichen. Kindererziehung, Beruf, Freundschaften, Familie und Hobbys. Das alles leben wir ähnlich jedem Deutschen und haben damit eigentlich genug zu tun.</p>
<p>Dachte ich, ja wirklich, ich war davon überzeugt ich würde alles genauso machen wie jeder andere auch. Ich mache aber etwas ganz Entscheidendes anders und das haben meine Kinder mir offenbart. Ich habe die Kinder immer vorauseilend ermahnt, tu dieses nicht und jenes, benimm dich so nicht oder so, sag nicht solche Sachen, nimm keine Schimpfworte in den Mund. Eigentlich etwas was jede Mutter ihren Kindern beibringen möchte, Anstand, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, eine Spur Ergeiz kann auch nicht schaden, was ist also anders? Anders ist, dass ich alles unter dem Aspekt verlange, &#8220;damit man nicht so über uns redet und denkt, wie man halt über uns redet und denkt&#8221;, es solle nicht heißen die Ausländer sind alle so.</p>
<p>Keiner sollte denken &#8220;Ausländer&#8221; sind schmutzig, also tragen die Kinder täglich sauber gewaschene und frisch gebügelte Kleidung. Keiner sollte denken, sie bekommen keine Stulle mit in die Schule, also bekommen unsere jeden Morgen ihre Stullen, am besten mit Salat, Tomaten und Gurken, damit man uns nicht nachsagen kann wir hätten keine Ahnung von gesunder Ernährung. Bis zum sechsten Schuljahr begleiteten wir die Kinder zur Schule, damit man nicht sagen konnte, wir kümmern uns nicht. Wenn sie nun allein mit dem Bus zur Schule fahren, werden sie jeden Morgen ermahnt, höflich und zuvorkommend zu sein, besonders gegen ältere Menschen und ganz besonders gegen deutsche Mitbürger, damit keiner sagen kann: &#8220;Schaut euch die Kinder der Türken an, die benehmen sich immer daneben.&#8221; Nachdem wir merkten dass wir bei den Schularbeiten nicht mehr helfen konnten, bezahlen wir Nachhilfe damit keiner denken könne, wir seien zu dumm ihnen zu helfen und damit sie erfolgreich lernen. Jedes Schulfest und das Vereinsleben begleiten wir organisatorisch, vielleicht nicht so kompetent wie manche Übereltern, aber doch mit einem Anteil den wir neben Beruf und anderen Verpflichtungen noch erfüllen können, damit ja keiner denken kann, na ihr wisst schon&#8230;</p>
<p>Zugegeben das ist kein Grund zu verzweifeln, jeder der Kinder hat und etwas Wert auf gute Erziehung legt, macht diese alltäglichen Dinge ganz selbstverständlich, wir brauchen uns nicht verstecken und haben uns nichts vorzuwerfen. Der Kern der Geschichte liegt in einem winzigen Detail, als nämlich unser Jüngster vor ein paar Monaten krank wurde und ein Attest für die Schule her musste, wurde uns die Integrationsmanie zum ersten Mal selbst bewusst. Er wurde an einem Donnerstag krank und von unserem Hausarzt krank geschrieben bis Freitag. So weit so gut, Montag war unser Jüngster aber immer noch krank und unser Hausarzt verreist, der Vertretungsarzt mit türkischem Migrationshintergrund schrieb ihn dann noch bis Mittwoch krank und jetzt kamen wir ins Spiel. Wir hatten also diese zwei Atteste, von zwei verschiedenen Ärzten und was tat sich da in unserem, von Integrationsmanie geplagtem Hirn? Wir fragten uns: &#8220;Was werden die Sekretärinnen in der Schule denken, wenn wir mit zwei Attesten von zwei verschiedenen Ärzten ankommen, von denen einer dummerweise auch noch türkischer Herkunft ist?&#8221; Wir schrieben also eine weitere Entschuldigung um Missverständnissen vorzubeugen, erklärten wir dass unser Hausarzt im Urlaub wäre und wir nur deshalb zwei Atteste hätten.</p>
<p>Hallo, geht es noch?</p>
<p>Was soll diese vorauseilende Unterwerfung, warum tut man sich so etwas an, die Familie ist doch gut integriert und erfüllt keines der Vorurteile, werden jetzt einige denken bzw. wird uns auch von gutwilligen Menschen vermittelt. Nun haben wir resigniert, nicht weil wir uns nicht integrieren können und nicht weil man uns nicht lassen würde, wir haben positiv resigniert, da unsere Integration längst vollendet ist. Wenn es hier und da hapert, ob bei uns oder anderen, soll uns das nicht stören. Wir sind angekommen, wer mag wird uns folgen und wer mag wird uns in Empfang nehmen. Eine dreifache Entschuldigung für einen Zufall werden wir nie wieder von uns geben und unsere Krankheit Namens Integrationsmanie legen wir hiermit zu den Akten.</p>
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		<title>Wenn ein Buch Vertrauen zerstört</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 07:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aggrolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutschland schafft sich ab]]></category>
		<category><![CDATA[Integrationsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Sarrazin]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben in unserem, nicht ganz so beschaulichen Stadtteil eine Buchhändlerin, die einen wunderschönen, dekorativen und weitläufigen Laden führt. Schon seit unsere Kinder die ersten Bücher noch nicht halten konnten, aber vorgelesen bekamen und es darum ging pädagogisch wertvolles Material in der ersten Zeit der Erziehungsphase zu finden, war dieses Geschäft erster Anlaufpunkt. Die Chefin immer freundlich, setzte Gott und die Welt in Bewegung um das geeignete für uns zu finden, nie vergaß sie unseren Nachnamen, den ich fast selbst nicht richtig aussprechen kann, nie war sie unfreundlich und selbst die wenigen Mitarbeiter wussten immer, wer wir sind. So hat man sich im Verlauf der Jahre gegenseitig kennengelernt, kleine Gespräche am Rande auch über Integration und die Leseneigungen von Migranten oder einfach auf Augenhöhe über diese und jene aktuellen Themen geführt und immer wieder anstandslos, kauften wir unsere Bücher in diesem schnuckeligen Laden, auch wenn es mitunter ziemlich teuer wurde und das ein oder andere Buch sicherlich gebraucht billiger gewesen wäre. Nein, unserer Treue zu diesem Buchladen war und ist kein Abbruch vorbestimmt.</p>
<p>Neulich brauchten wir also ein Buch für die Schule und unsere Tochter gar nicht dumm, suchte gleich nach einer weiteren Ausgabe ihres neuen Lieblingsbuchs. Während sie mit der Chefin in einem längeren Gespräch über den Inhalt plauderte, schweifte mein Blick umher und was musste mein geschundenes Auge sehen? Sarrazin in der Schaufensterauslage, gut und werbewirksam drapiert, ganz vorn und schön in Augenhöhe. Im ersten Augenblick überfiel mich eine tiefe Enttäuschung, doch konnte ich mich schnell wieder fassen. Natürlich muss sie Werbung dafür machen und natürlich muss sie auch sein &#8220;Werk&#8221; verkaufen. Was soll das also, rief ich mich selbst zur Vernunft und versuchte ihn zu übersehen, aber mein Blick wollte sich nicht von diesem rot gebundenen Hingucker im Schaufenster lösen. Mir schossen tausende Gedanken durch den Kopf, schließlich leben wir nicht in einer vornehmen Gegend, man könnte fast schon von Ghettoisierung sprechen, unser Stadtteil wird vorwiegend von Migranten und der deutschen &#8220;Unterschicht&#8221;, wie Sarrazin sie zu bezeichnen pflegt, bewohnt. Was zum Teufel hatte also dieses Buch hier zu suchen und wichtigster Punkt, wer liest so etwas in unserem Stadtteil?</p>
<p>Neue Kunden kamen herrein, ich beobachtete was sie denn so suchten. Puh, die eine Kundin lese gern mysthisches, eine brauchte den vierten Band von Twilight und ein anderer, hatte ein Kinderbuch für seinen Enkel bestellt. Gut dachte ich, hoffentlich kommt jetzt niemand, den ich kenne und nimmt ausgerechnet diesen Sarrazin. Nachdem die Kunden weg waren und meine Tochter unsere Buchhändlerin weiter löcherte, überlegte ich ob ich sie fragen sollte, wieviele sie davon verkauft konnte, was mich aber noch mehr interessierte, ob sie selbst es gelesen hatte? Die Gelegenheit zu meinen Fragen, gab sie mir zum Glück selbst, als sie sehen konnte wie ich Sarrazin anstarrte, muss ihr irgendwann ein Licht aufgegangen sein und darüber bin ich sehr froh, denn ich wüsste nicht ob das gleiche Vertrauen wie vor Sarrazin, hätte bestehen bleiben können. Allein schon die Menschen, die am Schaufenster vorbei liefen, waren verdächtig. Hat er? Hat sie? Wer hat? Wieviele bleiben stehen? Sehen sie sich Sarrazin an oder ist es das Buch daneben? Meine Tochter hatte nun von ihr abgelassen und wir kamen ins Gespräch, sie fragte ob ich es gelesen hätte und ich war beinahe sprachlos über das was man offensichtlich in meinem Gesicht lesen konnte.</p>
<p>Nein, natürlich habe ich es nicht gelesen, ich hätte auch nicht vor es zu lesen, sagte ich und schob gleich meine erste Frage nach: &#8220;Haben sie viele davon verkauft?&#8221; Ja sagte sie, besonders vor Weihnachten, da kam sie mit der Bestellung nicht nach. &#8220;Was sind das den für Leute, die es lesen, eher Ältere&#8221; fragte ich.<br />
Nein das ginge querbeet, jung, alt, Migrant, Deutsch, Reich, Mittelschicht und auch die, die das Geld dafür zusammenkratzen müssen. Es spielt keine Rolle jeder könnte es also sein, meine Versuche den Menschen an der Stirn abzulesen, ob sie es gelesen haben, waren schon im Ansatz gescheitert. Dann fast schon etwas verschämt fragte ich, ob sie&#8230;</p>
<p>Nein, die erlösende Antwort, aus Prinzip schon würde sie es nicht lesen und ihr Buchladen gäbe soviel erheiterndes und sinnvolles an Lesestoff her, dass man so etwas ruhig auslassen könnte. Ich glaube die Erleichterung konnte sie auch in meinem Gesicht ablesen. Nicht das ich nicht mehr bei ihr gekauft hätte, wäre ja unsinnig, sie muss es ja verkaufen. Wahrscheinlich aber hätte ich es dann auch kaufen müssen, damit wir es beim nächsten Besuch in meinem Lieblingsbuchladen diskutieren könnten. Wir haben uns dann noch etwas über die Integrationsdebatte unterhalten, bevor meine Tochter sich entscheiden konnte, mir noch einmal fast 20 Euro aus der Börse zu fischen. Auf dem Weg nach Hause, habe ich trotzdem versucht den Menschen an der Stirn abzulesen, ob sie es gelesen haben könnten und ich merkte das sich unweigerlich ein tiefes Mißtrauen festgesetzt hatte, ein Mißtrauen gegen die Gedanken in ihren Köpfen, ein Mißtrauen das andauert und nicht aus meinem Kopf will.</p>
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		<title>Holocaust-Gedenken in der Kontroverse</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 08:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lada</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das jährliche Gedenken an den größten Massenmord aller Zeiten, hat einen Punkt erreicht wo wir alle in Deutschland uns fragen müssen, ob wir ein Gedenken aufrecht erhalten wollen, was zu einem geistlosen Ritual verkommen ist und die Jugend nicht mehr anspricht. Die Tage werden wieder Stimmen laut, die gerade Muslime auffordert Stellung zu beziehen und der jüdischen Geschichte Respekt zu zollen. Grundsätzlich wird die Feindschaft im Nahen Osten herangezogen, um Muslimen einen kollektiven Antisemitismus zu bescheinigen, der nicht zwingend nachweisbar im Sinne der deutschen Gesetzgebung und in Anbetracht der schwierigen Situation im nahen Osten ist. Während wir den Actionfilm &#8220;<a href="http://www.aggromigrant.com/2011/01/26/tal-der-wolfe-deutschland/" target="_blank">Tal der Wölfe &#8211; Palästina</a>&#8221; verbieten lassen wollen, um das Gedenken nicht zu stören, rufen andere dazu auf sich zu positionieren und den verstaubten Ritualen beizuwohnen, die nur noch unsere ältere Generation ansprechen. Ein Gedenken ohne Geist, dass unsere Jugend nicht mehr erreicht, soll es richten, während man in Israel schon längst moderne Arten des Gedenkens erprobt bzw. wie selbstverständlich das Gedenken schon in Richtung Obskur betreibt.</p>
<p>Deutschland aber hält fest an der Tradition die jüdische Geschichte zu instrumentalisieren um der Jugend, im besonderen der islamischen Jugend mangelndes Geschichtsbewusstsein zu attestieren. Wieviele Faktoren dazu führten, dass sich die Jugend von dieser Trauerkultur längst verabschiedet hat und von einer Schuldfrage nichts mehr wissen will, wird geflissentlich ausgeblendet. Wir selbst sind in dieser Trauerkultur gefangen, wie der Löwe im Käfig. In der Annahme wir würden dem jüdischen Leid gerecht werden, wenn wir jede Regung und Forderung nach Neuem wegen der Erinnerung an den Holocaust mit Antisemitismusvorwürfen abwehren, setzen wir die Scheuklappen auf, die wir eigentlich verhindern wollten.</p>
<p>Keiner, der erahnen kann, was den Juden im dritten Reich angetan wurde, ist fähig sich den Bildern des Grauens zu entziehen und keiner wird anzweifeln, dass wir alle so etwas nie wieder wollen. Doch gibt es uns nicht das Recht im Gegenzug das Leid im nahen Osten auszublenden und es gibt uns auch nicht das Recht, Muslime als Antisemiten abzustempeln, wenn sie ihr Leid in der Gegenwart thematisiert sehen wollen. Wir gedachten gestern den Opfern des grausamsten Regimes aller Zeiten. Der Zentralrat der Juden fordert uns auf aktiv an den Holocaust zu erinnern und wir tun unsere Pflicht, wir spulen unser Programm ab, mit Besuchen von Konzentrationslagern und Vorträgen in Schulen oder anderen Veranstaltungen. Mit Zeitzeugen, Bildern, Reden und Kranzniederlegungen werben wir für dauernden Frieden auf unserem Planeten, immer in der Hoffnung wir könnten unsere Jugend für diese Art von Erinnerung begeistern und ihnen damit eine friedvolle Zukunft ermöglichen.</p>
<p>An diesem einen Tag, werden wir gezwungen jegliches Unrecht auf unserem Planeten zu vergessen und glauben damit etwas Gutes bewirkt zu haben, die Juden sollen es uns danken und sie sollen sehen, dass wir immer zu Ihnen stehen. Die Vorstellung, den Juden könnte das gefallen, ist zu einer Selbstbeweihräucherung verkommen und lässt den Gedanken an dieses Gedenken fast schon lächerlich erscheinen. Ein Jahr haben wir nun die Ruhe weg und wir Deutschen sind unserer Pflicht nachgekommen. Keiner wird sagen können wir würden nichts tun, um der Menscheit zu beweisen das so etwas wie das Morden im dritten Reich von uns nie wieder ausgehen wird. Wie ehrlich sind wir mit der Menschheit, den Opfern, den Juden und den Palästinensern, wenn wir alles andere ausblenden sei es auch nur für einen Tag?</p>
<p>Zukunft braucht Erinnerung heißt es bei <a href="http://www.shoa.de/news/128-themennews/2628-pornografie-a-holocaust.html" target="_blank">Shoa.de</a>, was ja soviel heißt, Zukunft ohne Vergangenheit ist undenkbar. Ist dann Vergangenheit ohne Zukunft nicht auch undenkbar und darf die zukünftige Generation nicht neue Formen des Gedenkens erproben, damit genau das geschieht, was wir uns alle wünschen. Die Jugend sensibilisieren für Recht und Unrecht, auf &#8220;Ihrem&#8221; Weg in die Zukunft ohne Krieg und Vernichtung.</p>
<p><em>Autorin: Lada</em></p>
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