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Die blöde, böse, deutsche Oma

Worte sind Brücken. Manchmal, wie heute in der U-Bahn, vergesse ich aber, dass Worte auch Waffen sind. Mein Kopf brummt. Viele positive, vielleicht etwas naive Eindrücke sind bei einer Medienpreis-Verleihung auf mich eingeprasselt, bei der junge Journalisten für die positive (aber vollkommen unbekannte) Darstellung junger Migranten ausgezeichnet wurden.

Jetzt in der U-Bahn denke ich an nichts, dazu tut mein Kopf zu weh. Dann kommt auch noch eine Gruppe Jugendlicher in die Bahn. Mein Kopf schmerzt nur noch mehr. Zum Einen aufgrund ihrer Lautstärke, zum Anderen bei dem Gedanken daran, was wohl die anderen Fahrgäste über sie denken – es sind Migranten. Werde ich langsam paranoid…?

Es fällt kein Schimpfwort oder Ähnliches, ein Jugendlicher macht einer älteren Dame Platz. Sie lachen eben und sind fröhlich, nur halt etwas laut. Die kleinen vielleicht 5-jährigen Zwillinge, die vorher neben mir saßen, haben mich getreten und einander mit „A….loch“ beschimpft. Da schimpfte die Mutter zu Recht, aber wir anderen Fahrgäste lachten.

Doch dann kommt er doch, dieser Kommentar. Lustig, dass gerade jetzt, wo ich gestern noch die Welle an Facebook-Posts von den Videos rassistischer Bahn- und Tramfahrer gesehen habe. Und jetzt sitz ich auch in so einem Video, denke ich mir.

Worte, Sprache, Redewendungen… Während es in mir brodelt, denke ich an die verschiedensten sprachlichen Möglichkeiten, wie ich der alten Dame neben mir sagen kann, wie sehr sie mich aufregt. Worte sind Waffen. „Die aus der Türkei“… „alles nur Sozialhilfeempfänger“  … „zurückgehen“  Alter schütz vor Torheit nicht, denke ich mir…. „alle nur faul“ … „Ich habe 24 Jahre meines Lebens gearbeitet.“ … „Faulheit zahlt sich aus“ Was haben Sie denn den Rest Ihres sicher schon 60-65 Jahre langen Lebens gemacht? Wo waren Sie, als türkische Gastarbeiter das Land in den Aufschwung führten? Doch ich denke es nur, will ihre Dummheit mit Nichtbeachtung strafen.

Doch dann…  „vermehren sich wie die Karnickel“ … Den Kopf nach rechts – buchstäblich und ideologisch – wendend und in ihren Damenbart murmelnd so, dass es nur das Kopftuchmädchen neben ihr hören kann. Einfach nicht genug Mut, damit andere hören, wer die „Döner-Mörder“ von Morgen erzieht. Mein Kopf tut jetzt nicht mehr nur weh, er platzt vor Schmerzen und vor der Unfassbarkeit der Situation. „Ihnen ist schon bewusst, dass sie sich gerade äußerst rassistisch äußern?!“, zu mehr bin ich nicht fähig. „ Ja“ Worte sind Waffen. „Aber es ist doch wahr!“

Zu einer weiteren verbalen Aktion hat es bei mir dann auch nicht gereicht… Aufgrund der Lautstärke haben die anderen Fahrgäste die Situation nicht mitgekriegt. Statt die Videofunktion meines Handys zu benutzen, eine Diskussion zu beginnen, versuche ich Kontenance zu bewahren. Als Muslima, sage ich mir selbst, musst du Geduld habenUnd der 1.Preis für diejenige, die mir beweist, dass Auswandern manchmal eine verlockende Idee sein kann, geht an die ignorante rothaarige Dame in Braun.

Es ist schön, den Versuch und den Wunsch zu haben, sich als Journalist seine Verantwortung der Gesellschaft und dem Beruf gegenüber wieder ins Bewusstsein rufen zu wollen. Dem muss auch die reelle Umsetzung im Alltag folgen. So eine Preisverleihung ist aber immer schön vorzeigbar. Einige der Beiträge allerdings reflektieren immer noch das, was sicherlich auch meine rassistische U-Bahn-Souffleuse inspirierte. Die Migranten hätten Deutschland so viel zu verdanken. Tatsächlich bieten sich in unserem Staat viele Möglichkeiten und Chancen, die in anderen Ländern nicht gegeben sind. Allerdings, wenn wir nicht nur heuchlerisch und groß von Demokratie reden wollen, müssen wir doch zugeben, dass die meisten Menschen es hier ziemlich „gut“ haben… Obwohl ich nach so einer U-Bahn-Fahrt das Wort „gut“ überdenken oder zumindest situationsbedingt definieren würde. Zum Anderen hat eine Medaille auch eine zweite Seite: Was hat Deutschland nicht alles seinen Migranten zu verdanken?!

Die Gesellschaft ist aber so verblendet und erblindet vom Feindbild des bösen und faulen muslimischen Migranten, dass sie nichts anderes sieht, als das, was ihr schön in mundfertige und vorgekaute Bissen von den Medien serviert wird. Und bis auch ich und andere wie ich, nicht realisieren, dass es heute jedem passieren kann, Rassismus im Alltag zu erleben, bis die Medien halten, was sie bedeutungsträchtig versprechen, werden wohl noch so einige im braunen Nebel ihrer Gedanken den Weg in eine gemeinsame Gesellschaft eben nicht mehr finden… Mich ärgert aber am meisten, dass mir die besten Sprüche immer erst im Nachhinein einfallen: frei nach Sulaiman Masomi: „Was ist bei Ihnen bloß schief gelaufen, Omi?!“

Kategorie: Diskriminierung, Rassismus


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10 Kommentare

  1. Metin T. sagt:

    Naja stimmt schon bis 1959 und danach…!?

    Die feine Deutsche Gesellschaft war sich zu schade in den verschiedenen Fabriken auf dem Bau oder Bergbau zu arbeiten….

    Ich hasse meinen Vater das er mich mit 8 Jahren in diesem Rassistischen Land gebracht hat
    Was ist aus mir geworden auch ein einfacher Arbeiter und was ist aus meinen Bekannten geworden die damals mit mir die schulbank gedrückt haben

    Brüder can & cem
    Can ist Selbständig Schuch Laden in der Eskisehir City
    Cem hat in Ankara Studiert z.Zt Rechtanwalt in der Eskisehir City
    Ismail Polizist
    Irem Krankenschwester in Eskisehir
    Aynur Apothekerin in Eskisehir
    Filiz Lehrerin in Eskisehir
    Süleyman Beamter im Rathaus in Eskisehir
    Ali Arbeiter in der Staatlichen Eisenbahngesellschadt von Eskisehir

    Die Liste kann so weitergehen und meine Türkischen Freunde in Deutschland
    VW-Arbeiter – MANN Arbeiter – Daimler Benz Arbeiter – Bau Arbeiter usw…

    Also ist schon Komisch warum sind den meine Bekannten in der Türkei so schlau
    und in Deutschland nicht so also nur Arbeiter

    Jeden Tag frage ich mich was für ein Beruf ich in der Türkei ausgeübt hätte
    In der Grundschule war ich nicht sehr gut aber dann habe ich die Deutsche sprache erlernt
    und hatte in der Hauptscule immer einen Notendurschnitt zwischen 2,2 und 2,5
    Aber in Deutschland reicht das nur zu einen guten Malocher

    DANKE DEUTSCHLAND DAS ICH HIER JEDEN TAG MALOCHEN KANN UND STEUERN ZAHLEN DARF UND ALS BELOCHNUNG WERDE ICH VIELLEICHT VOR MEIN RENTENALTER VON RECHTSRADIKALEN ERSCHOSSEN

    ——————–DANKE DEUTSCHLAND DAS ICH HIER NOCH LEBEN DARF——————

  2. mocking sagt:

    “Oder hätten das doch besser die Türken wegmachen sollen ”

    Auf keinen Fall. Die wären bis heute noch nicht fertig damit.

  3. Buzz sagt:

    Ist schon interessant. Da lese ich über ein Geschehniss dass sehr intelligent und auch unterhalten geschrieben ist. Und das einzige was man von den (wahrscheinlich) Deutschen Mitbürgern liest sind lediglich Trollantworten. Ich hoffe doch sehr dass das nicht der geistige Durchschnitt ist und sich sondern hier lediglich der Bodensatz eingetroffen hat. Sonst sehe ich schwarz für Deutschland.

  4. JG sagt:

    Uiuiui, jetzt habbe mer aber ganz viel Angst vor dir un deiner Nazi-Oma….

  5. Leyla sagt:

    Schon traurig, wie rassistisch die meisten hier antworten.
    Ihr kennt doch selbst keine Ausländer, und wenn ihr mal welche seht, dann nur das, was in eure eigene geistige Schublade passt, was ihr dann an den Spiegel, Stern oder die Bild-Zeitung schicken könnt.

  6. Metin.T sagt:

    Heimat

    Heimat, das sind die Menschen, die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt.

    Heimat, das ist die Sprache, die man spricht, die man hört, liest und versteht wie ein Gedicht.

    Heimat, das sind der Hof, das Haus und die Räume, das sind das Feld, die Wiese, der Garten, die Bäume.

    Heimat, das sind die Wälder, die Berge und die Quellen, das sind die Bäche, die Ufer und der Flüsse Wellen.

    Heimat, das ist der Ort, seine Straßen und Brücken, das sind die Blumen, die wir am Wegrand pflücken.

    Heimat, das ist die Luft die wir atmen, das ist die Sonne, das Licht der Sterne,

    das ist unsere Erde, die Nähe und die Ferne.

  7. Metin.T sagt:

    Heimat

    Heimat, das sind die Menschen, die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt.

    Mit solchen Rassistischen Typen wie IM-MITTAG-ALLER möchte keine zusammenleben der Arme Schwein hat bestimmt nicht einmal ein Freundin!?

    Große Schnauze aber nichts da hinter..
    Und bei deiner Schwanz länge von 8 cm kannst du nur hier etwas beweisen !!

    Ich denke bis zum Jahr 2015 wird sich das problem mit uns Türken sowieso erledigen,,

    Wünsche allen Deutschen mit und ohne migrations hintergrund Einen guten Rutsch und alles gute im neuen Jahr…

    ALLES WIRD GUT!!!!

  8. JG sagt:

    Süß. Biste da jetzt stolz darauf, das deine Trümmeroma den Dreck weg- und aufgeräumt hat, den sie und ihresgleichen zu verantworten hatten? Oder hätten das doch besser die Türken wegmachen sollen nachdem Schland den ganzen Kontinent mit Krieg und Unterdrückung überzogen hat?
    Und die herzereissenden Geschichten warum diese Trümmerfrauen und ihre armen Kerle in Kriegsgefangenschaft ja sooo unschuldig alle waren kannste getrost stecken lassen. Mit diesen Lügengebäuden bin ich aufgewachsen, alles tausendmal gehört. *gähn*

  9. Metin.T sagt:

    Heimat

    Heimat, das sind die Menschen, die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt.

    Mit solchen Rassistischen Typen wie IM-MITTAG-ALLER möchte keine zusammenleben der Arme Schwein hat bestimmt nicht einmal ein Freundin!?

    Große Schnauze aber nichts da hinter..

    DANKE DEUTSCHLAND DAS ICH HIER JEDEN TAG MALOCHEN KANN UND STEUERN ZAHLEN DARF UND ALS BELOCHNUNG WERDE ICH VIELLEICHT VOR MEIN RENTENALTER VON RECHTSRADIKALEN ERSCHOSSEN

    ——————–DANKE DEUTSCHLAND DAS ICH HIER NOCH LEBEN DARF——————

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