Zwei Menschen haben sich zusammengefunden und laufen durch Berlin-Kreuzberg. Nichts besonderes. Sie haben noch ein Kamerateam dabei, was aber auch nichts besonderes ist, denn seitdem Kreuzberg für alle wissenschaftlichen, pseudowissenschaftlichen und stammtischaftlichen Aussagen und Theorien die Rolle des Migrantenbiotops übernehmen muss, laufen hier viele Kamerateams durch. Bei den oben erwähnten Menschen handelt es sich aber um zwei bekanntere Menschen. Thilo Sarrazin, der mit seinen Aussagen gegen Ausländer Multimillionär geworden ist und Güner Balci, die mit ihren islamkritischen Pamphleten auch gerne so reich werden möchte.
Für die “aspekte”-Sendung des ZDF liefen die beiden durch Kreuzberg und quatschten “ihre Zielgruppe” an. Güner Balci schrieb über ihre Abenteuer in der Welt.
Man kann Sarrazin einiges vorwerfen, zum Beispiel, dass in vielem, was er in seinem Buch über Menschen schreibt, diese zu Formeln, Zahlen und Statistiken reduziert, zu Gruppen zusammengeworfen werden, in denen der Einzelne nicht vorkommt, dass seine Ausführungen zur Vererbbarkeit von Intelligenz zu einseitig und undifferenziert wiedergegeben sind oder dass bei seinen Zustandsbeschreibungen und Thesen nie ein Konjunktiv zu finden ist und seine Sprache alles andere vermittelt als Empathie für die Underdogs dieser Welt – ein Rassist ist er deshalb noch lange nicht. Aber genau dass wird ihm am häufigsten vorgeworfen.
Danke Frau Balci, dass sie unsere Sarrazinkritik auf die Schnelle zusammengetragen haben und sie haben Recht. Sarrazin ist kein Rassist.
Er hat nur Vorurteile und festgefahrene Klischees über Ausländer und Hartz-4-Empfänger, die er nicht als Individuum ansieht, sondern einseitig und undifferenziert zu einer Gruppe zusammenwirft und sie anhand von Zahlen und Statistiken bewertet und ihre Gene als minderwertig betrachtet. Seine Theorien ruft er schräg in die Runde und prophezeit den Untergang Deutschlands, wenn nicht endlich mal “Maßnahmen” entwickelt werden. Für ihn sind Türken nur “Gemüsehändler”, die nichts anderes zu tun haben, als alle 9 Monate ein “Kopftuchmädchen” zu werfen. Außerdem findet er auch, dass jüdische Mitbürger ein bestimmtes Juden-Gen haben.
Er ist halt alles, nur KEIN RASSIST Frau Balci!!! Wir haben verstanden.
Und während Thilo Sarrazin zum ersten Mal in seinem Leben mit mir über den Berliner „Türkenmarkt“ am Maybachufer ging [...]
Upps, hier gibt es ja Türken… Komisch, die sehen nicht aus wie Tabellen oder Zahlen und den minderwertigen DNA-Strang haben sie auch nicht auf der Stirn stehen…
[...] der geplante Döner bleibt ungegessen und der stolze Restaurantbetreiber muss seine Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär nun für sich behalten, die grölende Gruppe vor seinem Restaurant droht ihm mit einem Aufstand, wenn er Sarrazin bewirtet [...]
Wie verwunderlich das doch ist. Ein Selbstversuch sollte uns allen mal die Situation vor Augen führen. Macht es doch mal gleich heute. Ruft vor dem Dönerladen “Türken haben dumme Gene, sind nur Gemüsehändler und produzieren Kopftuchmädchen und ihre Religion ist rückständig!” und dann geht ihr rein und sagt: “So, und jetzt ein Döner komplett und etwas scharf.”. Wo ist der Fehler?
Und auch die ach so liberale und für alle offene alevitische Gemeinde bleibt uns bei unserem Besuch versperrt. Man lässt uns wissen, dass man es sich nun, nach längerer Diskussion, doch anders überlegt hätte und einem Menschen wie Sarrazin die Türen nicht öffnen wird.
Zum Schluss stimmt der Chor der Empörten ein zu einem „Sarrazin muss weg aus Kreuzberg“, wird immer lauter und immer schneller und ich spüre bei den Brüllenden die Dankbarkeit für ein Gefühl, das sich am besten leben lässt, wenn es einen Bösewicht gibt: Wir sind die Guten und wir halten zusammen, wenn es sein muss, auch mit unseren schwarzen Schafen – gegen die Anderen.
Das ist halt so, wenn man alle Menschen undifferenziert in eine Gruppe wirft. Die zusammengeworfene Gruppe schlägt zurück. Da hilft es auch nicht, wenn die Alevitin Güner Balci daneben steht. Sie hat es ja innerhalb kürzester Zeit geschafft, dass sie weder an Schulen, noch in religiösen Einrichtungen in Deutschland die Erlaubnis zu einem Interview bekommt. Sie verdreht die Aussagen und macht sie sich passend. Und der letzte Satz von ihr verrät uns, dass sie die Sarrazin-Kritik der Türken in Deutschland nicht annähernd verstanden hat. Aleviten und Sunniten halten sich nicht für die Guten, die zusammenhalten müssen und ihre schwarzen Schafe beschützen wollen, sondern sie haben etwas dagegen, dass jeder von ihnen ein schwarzes Schaf sein soll.

Sarrazin hat in Kreuzberg nichts verloren genau so wenig wie Hitler in Israel.
Mit Marco haben wir mal einen, der ganz direkt Breiviks Botschaft aufgreift.
Dafür hat Breivik 70 und mehr Jugendliche umgebracht – um auf die Gefahr der Islamisierung aufmerksamer zu machen! Damit sie alle ernster nehmen und endlich tun, was auch Marco getan haben will: Beseitigung der Muslime, ethnische Säuberung.
Marco ist so verrückt wie Breivik: Er sieht überall nur noch Kopftücher. (Ich sehe in München-Sendling auf ungefähr hundert Frauenköpfen eins, höchstens, und wir haben hier einen MiGru-Anteil von an die 40 Prozent.)