Hilal Sezgin ist die nächste Gesprächspartnerin in unserer Reihe “7 Fragen an…”. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin. Die Tochter des renommierten türkischstämmigen Islamwissenschaftlers Prof. Fuat Sezgin, war bis 2006 Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau und schreibt zur Zeit u.a. für die tageszeitung und die Zeit. 1999 erschien ihr erstes Buch “Der Tod des Maßschneiders“. Später erschienen “Typisch Türkin. Porträt einer neuen Generation” und “Mohammed und die Zeichen Gottes. Der Koran und die Zukunft des Islam“. Ihr neuestes Buch “Mihriban pfeift auf Gott” gibt es seit April diesen Jahres zu kaufen.
AggroMigrant.com: Wie würdest Du Dich beschreiben?
Hilal Sezgin: Hier mal ein paar Stichworte: habe Philosophie studiert, bin Muslimin, liebe Tiere, bin überzeugte Veganerin und lebe ein bisschen bullerbü-ähnlich auf dem Land.
Bist Du eher Deutsch oder Türkisch?
Diese Frage hat – ich mein das jetzt nicht unhöflich – nichts mit mir zu tun. Ich fühle mich nicht vorrangig als Angehörige einer Nation. Nationalismus lehne ich eh ab – und das Entweder- oder der Binationalitätenfrage auch
Was macht Dich in Deutschland richtig aggro?
Da ich eh zur Ungeduld neige, versuche ich, richtiges Aggro-Werden zu vermeiden
Die Islamdebatte nervt mich sehr, egal, ob sie jetzt die Form einer vermeintlichen IslamKRITIKdebatte annimmt oder einfach altmodischen Rassimus a la Sarrazin. Man fühlt sich als Muslim ausgegrenzt, und das macht nicht nur sauer, sondern auch traurig.
Was bedeutet für Dich Integration?
Ich mag den Term nicht, weil er eigentlich immer nur im negativen Zusammenhang verwendet wird: IntegrationsDEFIZITE… „Die“ integrieren sich nicht, „die“ lernen kein Deutsch etc. Ich hoffe auf eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt, friedlich und konstruktiv miteinander umgehen können, trotz oder vielmehr bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Unterschiede. Ob nun ethnisch, religiös oder in Bezug auf Vielfalt der Lebensformen (z.B. Familie, Geschlecht, Sexualität) – das wäre dann wohl Integration aller in ein zwar immer wieder konfliktreiches, aber gemeinsames Ganzes.
Worin liegen dabei die Fehler von Migranten und/oder Deutschen?
Fehler der einheimischen Deutschen: Sich von den Stereotypen der Islamdebatte einwickeln und den direkten (Kommunikations)Weg zum muslimischen Mitmenschen versperren zu lassen. Fehler der Migranten… Tja, es stimmt schon, wer diese Gesellschaft mitgestalten will, muss sich ihr öffnen, muss insbesondere hiesige (deutschsprachige) Medien nutzen, um an der hiesigen Öffentlichkeit zu partizipieren.
Was empfiehlst Du Migranten?
Genau das: an der Öffentlichkeit partizipieren. Zum Beispiel nicht immer nur privat oder bei Facebook klagen, wie gemein die deutschen Zeitungen sind
, sondern zum Beispiel Leserbriefe schreiben etc. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir vor allem einfach Menschen sind. Wenn wir uns vorrangig als Migranten, Türken oder Mitglieder einer (stark idealisierten) Ummah verstehen, sind wir schon auf die Schubladisierung reingefallen.
Wie siehst Du die Zukunft von Deutschland?
Schlechter Zeitpunkt für diese Frage… Bin momentan sehr frustriert. Vielleicht wird es in Deutschland doch irgendwann zu eng? Andererseits: In Frankreich haben sie den burka- und romafeindlichen Sarkozy, in Italien Möchtergern-Diktator Berlusconi, in Holland Geert Wilders etc. Dann doch lieber hierbleiben und abwarten/nach Möglichkeit mitgestalten, was die Zukunft bringt.
Vielen Dank für das Interview, Hilal.

Ja besser sie bleibt hier in Deutschland, in der Türkei haben wir schließlich Erdogan im Iran Achmadingsbums und im Libanon gibt es auch einen Irren.
Ich will darauf hinaus dass es ausserhalb von Europa sehr viel mehr Nationalismus und Religionsdiskriminierung gibt.
Danke Europa für deine Toleranz?
mal abgesehen davon, dass in 9 von 10 von muslimen regierten ländern sie ganz bestimmt nicht journalistin wäre, geschweige denn ein buch hätte veröffentlichen können, in dem das wort koran auch nur angedeutet wird ..
Jo, schön das sie hier, und es hier so, ist.
da ist harry wieder. und schon wieder ein dummer kommentar. ich bin in köln geboren und ich bin froh, dass ich hier lebe. die sogenannten muslimischen länder interessieren mich einen scheissdreck. eine niederlage von kölle macht mir mehr zu schaffen.
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kannst du auch inhaltlich was beitragen und müssen wir uns immer auf solche kommentare einstellen?
Die Iterviewte jammert doch dass es sooo schlecht hier ist und dass alle europäischen Ländern von bösen bösen Menschen regiert werden.
Der Verweis auf islamische Länder zum Vergleich ist meiner Meinung nach legitim.
Ich kaufe ein “n” und möchte auflösen: “Interviewte”
ach achmed, ist nur deine persönliche weltanschauung von inhalt? durch beleidigungen bringst du keine diskussion weiter, eher hälst du leute von dir weg, und schunkelst dich in einer welt die dir gefällt. dann kommt einer der dir sagt was sache ist, und du wunderst dich warum 90% der menschen um deine welt herum ihm zustimmen.
denn ich messe eine für mich kulturfremde religion an den ländern, in denen sie vorherrscht. ich muß mich nicht mit dem hinduismus beschäftigen damit inder nebenan wohnen können, ich muß nicht die thora lesen damit juden in meiner straße eine synagoge eröffnen dürfen, und ich muß mich nicht mit dem islam beschäftigen damit moslems sich hier integrieren. dafür haben wir hier ein konzept dass sich menschenrechte nennt, die man leben und auch verteidigen muß. letzteres würde ich mir bei vielen der von den medien als vorzeige muslime der integration gezeigten menschen auch wünschen. vor allem was die meinungsfreiheit angeht ..
ja und ich schau mir deutschland an, wenn ich was über christentum erfahren möchte. jetzt könnten wir mal diskutieren, ob man in deutschland noch über chrsitentum reden sollte oder nicht.
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schwachsinn.