Kennt Ihr die MJD? Einige von Euch haben davon sicherlich mal was gehört. Für die anderen jetzt eine kurze Vorstellung: MJD ist die Muslimische Jugend in Deutschland e.V. mit Sitz in Berlin. Seit 1995 engagiert sich dieser Verein für die Integration und Weiterbildung von muslimischen Jugendlichen in Deutschland. Mitglied werden kann jeder Jugendliche zwischen 13 und 30 Jahren. Hier könnt ihr Euch noch mal schlau machen über den Verein und ihr Anliegen.
Doch wieso schreibe ich hier über die MJD? Ganz einfach, weil es wunderbar passt in die Reihe “Muslimische Organisationen sind zwar gut, scheinen aber gefährlich zu sein”. Die MJD ist nun “endlich” auch im Verfassungsschutzbericht der Bundesregierung vertreten. Der Vorstand der MJD weist diese Anschuldigungen in einer Pressemitteilung entschieden zurück. Nachfolgend findet Ihr einen Auszug aus der Pressemitteilung. Die ganze Mitteilung samt Dokumentenanhang findet ihr hier.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (VS) erhebt in seinem am 21.06.2010 veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2009 diverse Anschuldigungen gegen die Muslimische Jugend in Deutschland e.V. . Diese Anschuldigungen sind allesamt haltlos und lösen bei Mitgliedern und Kennern der MJD Bestürzung und Unverständnis aus. Der offensichtlich konstruierte Verdacht mangelnder Verfassungstreue und der Mangel an persönlichen Kenntnissen der Aktivitäten des Vereins lässt die Arbeitsweise des VS fragwürdig erscheinen.
Die MJD ist eine unabhängige Jugendorganisation, die von Jugendlichen für Jugendliche gegründet wurde und sich als eine deutsche Organisation von jungen deutschen Muslimen versteht. Trotz der kulturellen und ethnischen Vielfalt unter den Mitgliedern der MJD, ist Deutschland Heimat und Lebensmittelpunkt zugleich. Dies drückt sich insbesondere darin aus, dass bei allen MJD Aktivitäten deutsch Umgangs- und Veranstaltungssprache ist. Wir leben Jugendlichen muslimischen Glaubens vor, dass unser Glaube und unser Leben in Deutschland in keinem Widerspruch zu einander stehen, auch wenn sowohl manche Muslime als auch Nichtmuslime anderes behaupten.
Ich war mal bei einem Meeting der MJD. Das ist nun ein paar Jahre her und ich muss sagen, dass ich zum ersten mal Hunderte muslimische Jugendliche aller möglichen Nationalitäten zusammen in einem Camp (nein, kein Terrorcamp) gesehen habe. Und sie haben zusammen gewohnt, zusammen gespielt, zusammen Vorträgen gelauscht, zusammen gebetet, zusammen gesungen, zusammen Spass gehabt und noch viel mehr. Dort konnten sie Kontakte knüpfen und sich weiterbilden. Auch bei den Vorträgen konnte ich nichts verfassungsfeindliches entdecken. Vielmehr wurde und wird versucht, den Jugendlichen das Selbstbewusstsein und die Kenntnisse zu vermitteln, um die eigene Religion im Einklang mit den Gegebenheiten in Deutschland auszuleben. Zwei Dinge verbinden diese jungen Menschen: die Religion und die deutsche Sprache. Und wer sich mal auf die Webseite der MJD verirrt, wird sehr ausführliche Informationen zu den Events und Intentionen finden. Doch wieder wird seitens Behörden und Pseudoexperten vermutet, dass eine wirklich integrationsfördernde Arbeit von Muslimen dem Zweck dient die deutsche Verfassung zu unterjochen. Schade, wieder wird den integrationswilligen Muslimen der Boden unter den Füssen weggezogen. Die haltlosen Anschuldigungen werden in der längeren Pressemitteilung völlig entkräftet. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Also, lesen lohnt sich.
Noch ein Satz zu den lieben Muslimen: Lasst Euch nicht unterkriegen. Macht weiter und fördert weiterhin die Integration und das friedliche Zusammenleben in Deutschland. Die Vermuter, Verleumder und Verhinderer sollen sich richtig schämen.

Das stand zu befürchten, aber ich bin trotzdem entsetzt. Ich kenne die MJ und etliche ihrer Leute gut, auch viele der Vorstände der letzten Jahre. Ich fand immer, das wären die wirklichen Vorbilder für die muslimischen Kinder und Jugendlichen. Gebildet, wohlerzogen, es war mir immer eine Freude, mit ihnen zusammen zu sein und ich habe ihre Eltern oft zu diesen Kindern im Stillen beglückwünscht.
Die Arbeit die dort gemacht wird, bedeutet auch, den Jugendlichen, die dort teilnehmen, eine Lebensweise zu zeigen, die eben nicht ins Ghetto führt. Lernen wird groß geschrieben, ehrlich sein – alles, was eigentlich die deutsche Gesellschaft von Heranwachsenden sich nur wünschen kann.
Gleichzeitig wird aber eben auch eine stabile muslimische Identität vorgelebt und gelehrt. Und das ist dem VS und denen, die dahinter stehen, schon zu viel.
Ich bin gespannt, wieviele von der MJ in Zukunft das Land verlassen werden, weil sie wegen dieses Berichts in Deutschland nicht mehr weiter kommen. Den muslimischen Gemeinden wird das schaden – aber genau das ist ja die Absicht. Die Angst davor wird Eltern bewegen, ihre Kinder von der MJ fern zu halten – die Alternativen sind m.E. nicht besser.
Gespannt bin ich, ob wieder das große Schweigen ausbricht oder ob in diesem Fall vielleicht doch mal ein bisschen muslimische Solidarität bei den Verbänden zu finden sein wird – anders als beim Verbot der IHH.
Wer auf die Seite des Verfassungsschutzes VS geht (http://www.verfassungsschutz.de/), wird dort ein Verzeichnis mit “Islamismus und islamistischer Terrorismus” sehen.
Anscheinend sind nun alle Moslems, also Islamisten/Islamismus dem VS ein Dorn im Auge, wir sind alle Terroristen. Wir werden auf dieser Seite mit den Rechtsextremisten, Scientologen und anderen aufgelistet, wie schön, endlich sind wir mal mit jemandem gleichgestellt.
Soweit ich informiert bin, gibt es auch viele extreme Christen, einen christlichen Terrorismus, jedoch wird dieser wird dort nicht erwähnt. Dies ist zwar ein billiger Vergleich, aber wer uns Moslems billig kommt, verdient es auch billig.
Lieber Herr Fromm (Präsident VS), zumindest könnten Sie den Titel des Arbeitsfeldes “Islamismus…” ändern, denn somit werfen Sie alle Moslems in einen Topf.
Ich weiß dass wir ganz zufrieden sein können dass jetzt auch die MJD im Verfassungsschutzbericht der Bundesregierung vertreten ist. Aber es gefällt mir eigentlich nicht was an einer Stelle steht:
“TROTZ der kulturellen und ethnischen Vielfalt unter den Mitgliedern der MJD, ist Deutschland Heimat und Lebensmittelpunkt zugleich. Dies drückt sich INSBESONDERE darin aus, dass bei allen MJD Aktivitäten deutsch Umgangs- und Veranstaltungssprache ist.”
TROTZ? Das hört sich ja an als wäre es wiedersprüchlich dass es mehrere Ethnien und Kulturen in EINEM Deutschland gibt.
Außerdem pocht die Regierung und Bevölkerung darauf wie wichtig die deutsche Sprache ist, womit sie ja auch eigentlich recht haben. Allerdings geht mir das total auf die Nerven wenn sie immer wieder meinen dass man auch 24 Stunden am Tag drinnen und draußen Deutsch sprechen muss. Ich spreche zu Hause KEIN Deutsch und auch nicht in meinem Verein und man kann trotzdem der deutschen Sprache (durchschnittlich) mächtig sein.
@aggrolaz: mh, stimmt. das iss eine gefährliche synonymisierung, die man im auge behalten sollte. wir wissen schließlich, wo es das letzte mal hingeführt hat, als derart propagandistische aussagen über staatliche institutionen verbreitet wurden.
Wer gibt hier dauernd Minuspunkte? Der- oder diejenige sollte auch mal ein Kommentar abgeben….
einer der nicht differenziert aktiv sein möchte, son dern eher kontra ist, weil es immer einfacher ist.
Das Bizarre an der Situation ist ja, dass Institutionen wie der Verfassungsschutz genau den Organisationen, die ja eigentlich die gleichen Ziele wie sie haben (etwas gegen Extremismus und obskure ausländische Einflüße tun, einen demokratiekompatiblen, toleranten, deutschen Islam etablieren) und mit denen man wunderbar zusammenarbeiten könnte, immer mal wieder einen reinwürgen. Sehen die das nicht? Ich kann nicht glauben, dass das tatsächlich mit Absicht so läuft. Was für Leute haben die da sitzen? Mensch, es gibt doch ne ganze Reihe an Islam- und anderen wissenschaftlern, die eine Ahnung von dem Thema haben, die die entsprechenden Sprachen sprechen usw. – können die nicht mal so welche einstellen? Mannomann.
Im Verfassungsschutz sitzen Leute, die – ähnlich wie die sogenannten Islamkritiker – den Islam grundsätzlich für eine Gefahr halten und darum gerade diejenigen, die für Integration und Dialog arbeiten, behindern wollen. Ein nicht-integrierter Islam würde gesellschaftlich am Rande bleiben, wäre isoliert – also nicht so gefährlich. Ein Islam, der mit der deutschen Gesellschaft kompatibel ist, der sich erfolgreich öffnet – der wäre attraktiv und damit gefährlich.
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So hintertreibt der Verfassungsschutz also die durchaus ernst gemeinte Wende zur Integration, die CDU und CSU eigentlich beschlossen haben. Ich frage: Was wollt ihr denn nun, liebe Konservative? Wollt ihr gläubige Muslime daran hindern, dass sie sich selbständig organisieren? Dann läuft das mit der Integration nicht. Eure eine Hand integriert, eure andere stößt zurück und isoliert. Das ist, wie wenn man aufs Gaspedal und gleichzeitig auf die Bremse tritt – der Autofahrer weiß, das wird nix.
@Initiativgruppe
Ganz Genau! Beim Lesen des Verfassungsschutzberichtes hatte dasselbe Gefühl an einigen Stellen (s.o.)
Man kann ihre Einstellung zum gesamten Thema in diesem Fall und auch in vielen anderen Fällen deutlich rauslesen.
ich war geschockt als ich gehört habe, dass die MJ im verfassungsschutz ist.
ich frage mich nur wohin das führen soll und sehe noch einmal, dass keine integration gewollt ist sondern nur assimilation. anders kann ich die situation nicht beschreiben.
und wir muslime! wie lange wollen wir noch zusehen wie die deutschen “verfassungsschützer” uns diskriminieren, verleumden und ausstossen wollen?
ich koche vor wut!
“Und sie haben zusammen gewohnt, zusammen gespielt, zusammen Vorträgen gelauscht, zusammen gebetet, zusammen gesungen, zusammen Spass gehabt und noch viel mehr. Dort konnten sie Kontakte knüpfen und sich weiterbilden. Auch bei den Vorträgen konnte ich nichts verfassungsfeindliches entdecken.”
All das was sie von zu Hause aus beim Geburtstagszelten des deutschen Nachbarkindes nicht tun dürften, weil das Ungläubige sind, nicht wahr? Deswegen geht man in solche Camps und bleibt nur unter sich. Warum sowas mit dem deutschen Nachbarsjungen machen? Die würden uns doch nur die Kinder verderben. Noch letztes Jahr bei unserer Kursfahrt in einer gymnasialen Oberstufe durften 3 türkische Kinder nicht mit. Aber wäre das ein Camp nur für Muslime, dann wäre das sicher kein Problem gewesen.
Lieber Braveheart,
ich glaube du vermischst hier zwei sachen miteinander. was haben geburtstagszelten und jugendcamps denn miteinander zu tun? gibt es nicht auch katholische jugendfrezeiten? du hast denn sinn doch hier nciht verstanden.
oder bleiben wir mal bei deiner logik… die veranstalter von jugendcamps, geburtstagszelten, anderen religiösen jugendcamps und kursfahrten müssten dann ja doch auch vom verfassungsschutz beobachtet werden. ist doch alles das gleiche, oder?
Nee DU hast nicht verstanden was ich sage!
Ich sage, dass der Sinn bei solchen religiösen Freizeiten ist unter sich zu bleiben und somit Prallelgesellschaften zu bilden währen Kursfahrten dazu diesen, dass jeder egal woher,egal welche Religion zusammen was unternimmt und damit die Stufe mehr zusammenwächst. Aber bei all diesen Fahrten durften meine muslimischen Mitschüler nicht mitfahren. DAS ist das Problem für den VS und zwar diese Segregation. Zwar ist das noch keine Segregation, aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus!
aha. und was ist mit katholischen Jugendcamps? werden die vom verfassungsschutz beobachtet? hast du dir die anschuldigungen durchgelesen?
jetzt glaub mal nicht, dass jede muslimische familie aufspringt wenn es ein muslimisches jugendcamp gibt. selbst dort dürfen manche muslimische kinder nicht hin. es ist sehr schade, aber meiner meinung nach sind es die selben eltern, deren kinder nicht auf kursfahrten dürfen.
und außerdem glaube ich nicht, dass die mjd irgendwie was dagegen hätten nichtmuslime daran teilnehmen. nach deiner logik dürfte es nur staatlische organisationen geben und alle möglichen religiösen veranstaltungen würden unter verdacht stehen zu segregieren.
Nach BraveHeart müsste es eine Vielzahl von Parallelgesellschaften in Deutschland geben, die nichts mit Migration zu tun haben. Dem Gedanken sollte mal ein Soziologe nachgehen. Mir fällt vor allem die Parallelgesellschaft der Millionäre ein.
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Abu Zaids Hinweis auf die katholischen Jugendcamps liefert ein gutes Beispiel, und es würde mich interessieren, was BraveHeart dazu meint.
Okay ich zeige euch den Unterschied:
Koran, Sure 5 Vers 51:
51. O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.
Sowas wird im Christentum nicht beigebracht und der katholische Junge aus dem Camp spielt morgen im Kindergarten oder in der Schule mit einem muslimischen Jungen, aber ob der muslimische Junge von dem muslimischen Camp noch mit ihm spielt, während der Koran es ihm doch verbietet, das weiß man nicht.
hier ein paar nette zitate aus der bibel.
http://www.bibelzitate.de/gbz.html
der katholische Junge vom Jugendcamp lernt ja auch nur nächstenliebe
#ironieoff#
Du weißt schon, dass für die Christen nur das NT gilt und nicht deine Zitate aus dem AT oder?
Das gilt für alle Christen, oder? Und Du weißt, dass das NT im ständigen Rückbezug auf das Alte Testament steht.
Oh man du liest den ersten Satz des Wikipedia Artikels über das NT und verstehst ihn auch noch falsch
Wenn er im Rückbezug schreibt, heißt es dann er wiederholt alles?
Warum finden es Menschen immer so schwer zu sagen: “Oh ich wusste nicht, dass die Bibel in AT und NT aufgeteilt ist und für die Christen heute das NT gilt.” Warum versuchst du dich jetzt nich mit Halbargumenten rauszureden? Lass es doch sein niemand lacht dich dafür aus oder so, nur dein Nickname tut das!
mann mann mann, du verstehst das Christentum wohl nicht.
Was ich sagen will ist, dass heute Christen nicht an da NT glauben und das AT ablehnen. Das NT kann nur mit dem AT verstanden werden. Es baut sozusagen darauf auf. allein das NT zu lesen bedeutet ein weichgespültes AT zu lesen, und das nur in Teilen. hör auf hier irgendwas zu verteidigen, was du selber nicht kennst.
Ja na klar war auch Moses oder Abraham von Bedeutung für das Christentum, aber die Christen folgen Jesus. Und Jesus kommt erst im NT vor, also ist für Christen heute das NT von Bedeutung..Das AT sind die heiligen Schriften des Judentums.
Jesus war doch für Muslime auch ein Prophet, aber man macht das was Mohammed gesagt hat oder nicht?
@ Lieselotte
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Der Verfassungschutz verfolgt sicher nicht ähnliche Ziele wie die MJD. Die Würgen denen auch nicht extra einen rein, sondern die Verfassungsschützer machen einfach ihren Job. Die MJD könnte diese Vorwürfe doch ziemlich schnell entkräftigen. Sie muß nur öffentlich und auf transparente Art und Weise in ihrer Lehre klarmachen, das das Recht und Gesetz der BRD über dem von Allah steht, im Diesseits; Menschen mit Kontakten in die islamistische Szene ausschließen; zeigen, das sie einen FDGO-kompatiblen Islam vertritt; etc.;
Das alles wird die MJD, meiner Ansicht nach, nicht tun. Ich glaube, das sich mit solchen Organisationen jeglicher Dialog erledigt haben sollte. Über Missverständnisse kann man reden, über Meinungsverschiedenheiten im vom BfV genannten Komplex nicht. Da werden sich dann bestimmte Werte durchsetzen müssen und können. Ich wüsste nicht, was die Gesellschaft durch solche Organisationen gewinnen könnte. Einen zu westl. Gesellschaften kompatiblen “Euro-Islam”? Da setzte man mit diesen Organisationen aber auf ein ganz falsches Pferd. Einem, dem man seine Stadttore nicht öffnen sollte.
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Vielleicht kommt das BfV nicht zu einer solchen Einschätzung, weil es über keine Islamexperten verfügt, sondern gerade weil es diese beschäftigt?
Ist das so unwahrscheinlich? Islamwissenschaftler und -experten werden vom BfV erwähnte Organisationen auch nicht rausreissen können, aus ihren Demokratie/Gesellschafts/Rechtsstaats -inkompatiblen Ideologien.
Hier die Meinung dazu von einer Islamwissenschaftlerin und die kennt sich ja nun nachweislich in dem Gebiet aus:
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http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/jugendliche-
werden-indoktriniert/
“Sie muß nur öffentlich und auf transparente Art und Weise in ihrer Lehre klarmachen, das das Recht und Gesetz der BRD über dem von Allah steht, im Diesseits; Menschen mit Kontakten in die islamistische Szene ausschließen; zeigen, das sie einen FDGO-kompatiblen Islam vertritt; etc.;”
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Chinook,
muss die katholische Kirche das alles auch? Sagt die katholische Kirche nicht auch, dass – für den gläubigen Katholiken – Gottes Gesetz über dem der Menschen steht? Wichtig ist, dass die Religion trotzdem die Trennung von Religion und Staat einhält, also dem Staat das volle Recht auf Achtung der Gesetze zugesteht. Das tun die Muslime in Deutschland nicht anders als die katholischen Gläubigen.
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“Menschen mit Kontakten in die islamistische Szene ausschließen”??
Erstens kann man das nicht,
zweitens soll man das nicht,
drittens machen das katholische und evangelische Kirche auch nicht.
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Man kann es nicht, weil die Übergänge fließend sind, weil für den einen (etwa den Verfassungsschutz oder andere Paranoiker) jemand schon ein Islamist ist, der für mich keiner ist … Und weil Religion ja nicht Politik ist, und man sich also im geistigen Bereich auch mit denen im Gespräch auseinandersetzt, die einen radikal anderen Standpunkt vertreten.
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Man soll es nicht, weil es wichtig ist, die Isolation derer, die mit dem Islamismus sympathisieren, nicht zu einem völligen Abgleiten werden zu lassen; die Brücke zu den Islamisten ist wichtig.
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Drittens brauchst du nur mal lesen, wie der Papst mit katholischen Extremisten Kontakt hält, wie er sie schützt, wie er versucht, sie in die Kirche zu holen bzw. sie in ihr zu halten. Und sollen jetzt die Evangelischen jeden Kontakt zu den fundamentalistischen Evangelikalen abbrechen?
“Chinook,
muss die katholische Kirche das alles auch?”
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Nicht alles was hinkt, ist auch ein Vergleich.
Um die katholische Kirche geht es hier nicht. Aber wenn es da ein Problem gibt, ja, dann muß sie das natürlich auch.
Ich halte es nicht für sinnvoll, anstatt sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen lediglich zu versuchen den Schwarzen Peter unterzubringen.
Ich könnte auch sagen, der Islam ist eine tyrannische, mit westl. Werten unvereinbare Ideologie und auf die Realitäten in muslimischen Staaten verweisen, wäre ähnlich sinnvoll.
Die katholische Kirche spielt keine große Rolle mehr für die Menschen in Deutschland und das ist ganz gut so.
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“die Religion…also dem Staat das volle Recht auf Achtung der Gesetze zugesteht”
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Absolut nicht. Die Religion hat in einem modernen Staatswesen dem Staat rein garnichts zuzugestehen. Es gab eine Aufklärung, Säkularisierung und die Europäer haben die strukturgebende Reichweite von Religion auf ein erträgliches Maß zurechtgestutzt.
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“Das tun die Muslime in Deutschland nicht anders als die katholischen Gläubigen.”
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Wieviele christl. Organisationen werden vom Verfassungsschutz als bedenklich eingestuft und wie ist deren gesellschaftl. Reichweite?
Aber nochmal, ich halte nichts von diesem ins Verhältnis setzen. Selbst wenn Fehlverhalten vergleichbar wäre, so gibt es kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht. Wenn ich falsch parke, mein Nachbar auch und er bekommt kein Knöllchen, dann kann ich nicht fordern, auch keines zu erhalten.
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[1.]“Erstens kann man das nicht,
[2.] zweitens soll man das nicht,
[3.] drittens machen das katholische und evangelische Kirche auch nicht.”
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Zu 3.) Wieviele christlich motivierte Extremisten oder Organisationen, die nicht auf dem Boden der FDGO stehen, gibt es denn hier in Deutschland? Aber nochmal, ständig mit dem Finger auf andere zeigen und sich mit diesen ins Verhältnis zu setzen, das sagt einiges über eigene Motivation und Einstellung aus, wenig über die Realität.
Hier ist es aber zumindest amüsant, weil du dich eigentlich selbst jeder vernünftigen Argumentationsgrundlage beraubst. Du bestätigst im Endeffekt jegliche Kritik von mir. Denn du sagst nicht, das sie nicht zuträfe. Du sagst “lediglich”, das man nichts gegen solche Umtriebe tun darf, weil man es in anderen (von dir konstruierten Fällen) auch nicht tut. Also forderst du Gleichbehandlung im Unrecht, wodurch du aber eben die vom BfV genannten Sachverhalte im Kern bestätigst, indem du sagst, ja es ist so, aber andere machen es auch, so what? Ansonsten könntest du ja argumentieren, das diese nicht zuträfen.
Zu 1.) Soso, jetzt plötzlich kann man das nicht. Doch, wer will, der kann. Wer nicht will, der tut es nicht. Womit die Frage nach einer berechtigten Nennung im Bericht das BfV eigentlich auch vom Tisch ist.
Zu 2.) Und wie man das sollte!
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“Man kann es nicht, weil die Übergänge fließend sind, weil für den einen…”
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Ob jemand Islamist ist, dafür gibt es durchaus klare Indikatoren und die Beurteilung ist nicht rein subjektiv, beim BfV wahrscheinlich sogar deutlich objektiver und stärker an der Verfassung orientiert, als du das siehst. Das die Übergänge fließend sind, naja, kann sein, muß aber nicht. Wenn es jedoch so wäre wie du sagst, dann wäre das ein riesiges Problem. Erzähl das mal muslimischen Verbänden, die bestreiten das nämlich, gerade auch in ziemlich offensichtlichen Einzelfällen.
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“die Brücke zu den Islamisten ist wichtig.”
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Bist du dir sicher, das du da nicht “etwas” überziehst?
(wollte ich ins Verhältnis setzen, dann würde ich jetzt fragen, ob die Brücke zu Rechtsextremen auch wichtig ist)
Entschuldigung, aber diese Aussage ist an Naivität nicht zu überbieten. Die werden die Brücken die du bauen willst schon nutzen, aber sicher anders als dir lieb ist. Islamisten sind schwach, deshalb suchen sie sich eine struktur-/sinngebende Ideologie. Man ist nicht darauf angewiesen sich mit Schwächlingen gut zu stellen. Ich halte es da eher mit Schily und Mackiavelli.
@Chinook: Genialer Beitrag!
Ich kann dir nur Recht geben, bei deiner Feststellung, dass mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Ich musste schon früh im Kindergarten und in der Schule feststellen, dass das nicht geht. Wenn wir zu fünft Mist gebaut haben und NUR einer von uns erwischt wurde und der gesagt hat: “Aber die anderen vier waren auch dabei und die kriegen keine Strafe!”, dann bekam man als Antwort: “Ich habe aber nur DICH dabei erwischt, wenn die anderen von der Brücke springen würdest du das auch tun?”.
Solche grundlegenden Sachen lernt man normalerweise schon als Kind, ich weiß nicht wieso das einige hier verpasst haben.
Da haben sich ja zwei gefunden. Chinook und Braveheart. Der Kern ist doch das für den VS muslimische und türkische Organisationen anhand von Vermutungen und Andeutungen verdächtigt.
Bei anderen Organisationen ist das nicht der Fall. Und wenn doch, dann lässt man sie gewähren. Z.B. wird die Milli Görüs aus der Islamkonferenz ausgeladen, weil sie vom VS beobachtet werden. ProKöln (seit 2004 vom VS beobachtet) sitzt im Stadtrat von Köln. Geht doch mal auf die Webseite von ProNRW. mit ein bißchen Lesen findet ihr genug Material um sie rechtlich zu verfolgen.
Und auch wenn muslimische Organisationen sich zur BRD bekennen, vermutet man doch das genaue Gegenteil. Also das Argument mit Bekennt Euch, Distanziert Euch von… zieht so nicht.
Ja klar außer, dass fast die gesamte NPD mittlerweile aus VS-Mitarbeitern besteht, welche die NPD unterwandert haben tut der VS ja nichts.
Meinst du bei den Pro’s wird anders? Der VS kümmert sich auch um die keine Sorge, was bringt denn bitte ein Verbot? Die würden sich einfach umbennen, aber bringen würde es nicht. Der VS macht das schon richtig mach du dir da mal keine Sorgen!
@ Erkan
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Du vergleichst Milli Görüs mit ProKöln, du hebst Milli Görüs auf eine ähnliche Stufe und das finde ich ok, da gehört sie auch hin.
Eines hast du aber missverstanden, Milli Görüs wurde nicht ausgeladen, weil sie vom BfV beobachtet wurde.
Sondern aufgrund der Gründe, wodurch eine solche Beobachtung durch das BfV notwendig wurde und ist.
Ob Organisationen in Verfassungsschutzberichten erwähnt werden, dafür tragen sie selbst Verantwortung. Das beruht auch nicht nur auf Vermutungen. Der Verfassungsschutz ist ein legitimes, staatl. Organ um die Verfassung zu schützen und das tut er im Rahmen seiner Möglichkeiten. Schon lustig, das hier garnicht widersprochen wird, wenn man diese Organisationen als extremistisch einstuft. Lediglich das dies dann auch offiziell verlautbart wird scheint aufzustoßen. Da läuft doch was falsch, oder nicht?
Chinook,
hier ist auch die Reihenfolge wichtig:
““Menschen mit Kontakten in die islamistische Szene ausschließen”??
Erstens kann man das nicht,
zweitens soll man das nicht,
drittens machen das katholische und evangelische Kirche auch nicht.”
Sie machen es nicht, weil sie es weder machen können noch machen sollen. Du hast es einfach umgedreht …
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Es geht hier nicht primär um Politik, sondern um Religion. Ich kann politisch Distanz halten zu Kommunisten, wenn ich demokratischer Sozialist bin. Aber in Sachen Religion ist das etwas anderes. Religion ist eben nicht Politik.
Die Gleichsetzung von Religion und Politik, die du den Islamisten vorwirfst, machst du selber.
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Wenn eine muslimische Organisation (sagen wir: der Penzberger Moscheeverein, der MJD und soweit ich weiß auch der Vorstand von Milli Görüs) ausdrücklich die Gesetzesordnung der Bundesrepublik Deutschland bejahen und mit keinem Programmpunkt hier eine Änderung anstreben, wenn sie also einfach ihre Religion leben möchten und dafür im Rahmen des Grundgesetzes gern die Konsequenzen aus dem Gebot der Religionsfreiheit gezogen sehen möchten, leben sie im Rahmen des Grundgesetzes. Die Aktivitäten des Verfassungsschutzes bedeuten eine politische Einmischung in religiöse Angelegenheiten.
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Der Verfassungsschutz macht das bei den Evangelischen und Katholiken NICHT, weil er sich nicht in inner-religiöse Angelegenheiten einmischen darf. Die Muslime werden also ungleich behandelt.
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Für jemand, der an Gott glaubt, steht Gott über der Politik. Das ist so unabhängig vom jeweiligen Glauben, und durchaus verträglich mit der Aufklärung und mit der Überzeugung, dass für die irdischen gesellschaftlichen Angelegenheiten der demokratisch legitimierte Staat im Rahmen seiner Gesetze zuständig ist.
Insofern gesteht der Gläubige dem säkularen Staat durchaus etwas zu. Er tut es mit gutem Grund. Aber es ist ein Zugeständnis, das sich der Staat auch verdienen muss. Sprich darüber mal (in Gedanken) mit den Geschwistern Scholl!